Der Modellbahn und der automatische Betrieb hier: Die Technik der Gleisbesetztmeldermodule und Rückmeldemodule


Die automatisierte Modelleisenbahn
-- Die Technik der Gleisbesetztmeldermdule und Rückmeldemodule --


Inhaltsverzeichnis

- Einführung

- Der analoge Gleisbesetztmelder

- Der analoge Rückmeldemodul

- Digital: s88-Rückmeldesystem

- Digital: Tipps zum s88-Rückmeldesystem

- Digital: Das Loconet-Rückmeldesystem

- Links zum Thema



Einführung
Wir haben im ersten Teil des Themas "automatisierte Modelleisenbahn" die Schaltelemente und Module besprochen, die wir zu einem automatisierten Betrieb auf der Modellbahn benötigen. Nun beschäftigen wir uns als nächstes mit der Technik der Rückmelder- und Gleisbesetztmeldermodule. Dabei werden wir sowohl den analogen Betrieb, als auch den digitalen Betrieb besprechen.

Seitenanfang



Der analoge Gleisbesetzmelder
Für Modellbahner, die sich mit dem Digitalbetrieb auf der Modellbahn nicht so anfreunden können, gibt es im Handel auch analoge Gleisbesetztmelder. Die automatisierte Eisenbahn ist also nicht nur dem Digitalbetrieb vorbehalten. Allerdings sind die Möglichkeiten hier doch eingeschränkt.

Wir nehmen uns hier einen Gleisbesetztmeldermodul aus dem Handel her um uns Klarheit darüber zu verschaffen, was so ein Modul leisten kann. Dabei muss uns klar sein, dass es eine Unterscheidung bei den Modulen zwischen einem Zweileitersystem und einem Dreileitersystem gibt. Nehmen wir uns das Viessmann 5206. Er kann sowohl für den analogen Betrieb, als auch für den digitalen Betrieb eingesetzt werden. Auch Gleisbesetztmelder anderer Hersteller arbeiten vergleichbar.

Der Gleisbesetztmelder 5206 kann acht Gleisabschnitte überwachen und meldet den Gleiszustand über sog. Relaisausgänge. Dabei melden je zwei Ausgänge (= ein Relais-Umschaltkontakt) für jeden Gleisabschnitt, ob das Gleis frei oder besetzt. Der Gleisbesetztmelder funktioniert dabei unabhängig von der Fahrtrichtung der Züge und mit allen Stromsystemen (Gleichstrom, Wechselstrom und Digitalfahrstrom). Im Betrieb kann der GBM (Gleisbesetztmelder) die besetzten und freien Gleise auch in Gleisbildstellwerken (auch analogen) anzeigen. Darüber hinaus sorgt er für eine automatische Steuerung von Einfahr- und Ausfahrzügen in Abstellbahnhöfen (z. B. Schattenbahnhöfe). Auch die Steuerung von Signale von Selbstblockstrecken ist möglich. Eine weitere Funktion des GBM ist die Erzeugung der Gleisbesetztmeldung zur Verarbeitung in Rückmeldedecodern.

Die Technik im Analogbetrieb funktioniert nun folgendermaßen:

Der GBM 5206 versorgt die zu überwachenden Gleisabschnitte mit der Fahrspannung. Dazu wird er zwischen Fahrtrafo und das Gleis geschaltet. Er erkennt den Stromfluss zum Gleis, wenn sich ein stromaufnehmendes Fahrzeug (Lok, beleuchteter Waggon mit eigenem Stromabnehmer) auf diesem befindet. Er besitzt somit einen eingebauten Stromfühler. Wir benötigen zusätzlich keine Schaltkontakte mehr. Das ist schon mal von Vorteil.

Damit der GBM auch im Zweileitersystem funktioniert sind die Räder mit Hilfe von Widerstandslack die Achsisolierungen der Radsätze von unbeleuchteten Waggons hochohmig zu überbrücken. Dadurch werden die Waggons zu geringen Stromverbrauchern und können von den Stromsensoren des Gleisbesetztmelders erkannt werden. Es gibt als Alternative auch Widerstandradsätze im Handel der Widerstandslack ist allerdings günstiger.

Der GBM benötigt zwei Spannungsversorgungen. Diese müssen galvanisch voneinander getrennt sein (aus zwei getrennten Transformatoren stammen). Neben dem Fahrstromanschluss muss der Gleisbesetztmelder an einen Wechselspannungstrafo mit einer Ausgangsspannung von 16 V angeschlossen werden.

Der Gleisbesetztmelder funktioniert auch, wenn keine Fahrspannung am Gleis anliegt. Er sendet dann über einen eingebauten Pulsgenerator Messimpulse auf das Gleis. Wenn der Pulsgenerator in Betrieb ist, kann man bei Lokomotiven ein leises Knacken hören, das aber keine Nachteile für die Loks hat.

Jedem Gleisabschnitt ist ein internes Relais zugeordnet, von dem sowohl der Arbeitskontakt für Besetztmeldung, als auch der Ruhekontakt für Freimeldung nach außen geführt sind.

Über die Schaltung von Gleisbesetztmelder werden wir uns einen anderen Teil beschäftigen. Es geht derzeit nur darum, wie diese GBM-Modul funktionieren. Dazu ist folgendes festzustellen.
Die GBM-Module besitzen in der Regel für jeden Anschluss eine Leuchtdiode. Damit kann im analogen Betrieb gesehen werden, welche Gleisabschnitte besetzt sind und welche nicht. Beim einem analogen Gleisbildstellpult kann durch eine entsprechende Verdrahtung gesehen werden, ob der Gleisblock besetzt ist oder nicht. Ferner kann automatisiert die Schaltung von Signalanlagen erfolgen. Mit einem Gleisbesetztmodul kann somit auch im Analogbetrieb ein Schattenbahnhof, ein Blockbetrieb oder andere Schaltungen vorgenommen werden, die auf eine permanente Überwachung der Gleise setzen müssen.
Für Schaltungen die nicht auf eine permanente Gleisüberwachung setzen müssen, wie z.B. eine Weichenstraßenschaltung, die benötigt einen Kurzzeitimpuls. Dazu wird aber kein GBM erforderlich.

Gleisbesetztmelder
Vergrößern -- Bild anklicken


Seitenanfang




Das analoge Rückmeldemodul
Wir wissen nun, dass ein Gleisbesetztmeldermodul auf eine permanente Überwachung eines Gleisabschnittes setzt. Wir benötigen aber nicht immer eine dauerhafte Überwachung eines Abschnittes. Bei der automatisierten Modellbahn (analog oder digital) gibt es viele Bereich die lediglich einen Impulskontakt benötigen, damit ein automatisierter Schaltvorgang bzw. Schaltvorgänge ausgelöst werden kann. Für diese Aufgaben benötigen wir keine Gleisbesetztmodule, sondern Rückmelder. Dabei müssen wir aber zwischen den analogen Rückmeldermodulen und den digitalen Rückmeldermodulen unterscheiden. Wir bleiben hier bei den analogen. RMM (Rückmeldermodule). Im Grunde genommen sind es eigentlich Schaltmodule. Von Uhlenbrock gibt es z.B. das Schaltmodul 63410. Es kann als Analogschaltmodul konfiguriert werden und zwar: für 10 Weichen, 2 Formsignale (mit Momentkontakt), 10 Lichtsignale (mit Dauerkontakt) und hat 20 Schaltausgänge. Damit können viele automatisierte Aufgaben ausgeführt werden. Es werden aber dazu Rückmeldekontakte benötigt wie z.B. Reedkontakte. Im Handel gibt es den reinen analogen Rückmelder nicht. Ein reiner analoger Rückmelder kann mit einfachen Mitteln aus einem Reedkontakt und einem Schaltrelais hergestellt werden. Es gibt im Handel für bestimmte Aufgaben entsprechende Schaltmodule, die natürlich einen Rückmeldeschaltkontakt benötigen. Einen allumfassendes Rückmelder gibt es nicht, da die analoge Technik, im Gegensatz zur Digitaltechnik nur dezentrale automatisierte Schaltungen zulässt. So gibt es z.B. analoge Pendelautomatikmodule, mit denen ein analoger Pendelzugbetrieb aufgebaut werden kann. Es gibt auch analoge Kehrschleifenmodule mit denen die Stromumkehrung geschaltet werden kann. Kurz gesagt, für den analogen Schaltbetrieb gibt es keine Rückmeldemodule, da diese wegen der analogen Technik nicht alle möglichen Schaltaufgaben in einem Modul erfüllen können. Interessant ist noch ein anderes Modul und zwar der Weichenrückmelder von Tams. Dieses Modul wertet aus, in welcher Stellung sich der Antrieb von Weichen und Signalen mit Doppelspulenantrieb befindet. Beim Tams Weichenrückmelder WRM-4 wird die Position des Ankers in den Spulen ausgewertet. Daher reagiert der Weichenrückmelder auch, wenn die Weiche oder das Signal von Hand verstellt werden. Dadurch kann auch der analoge Weichenantrieb ideal in ein analoges Gleisbildstellwerk eingebaut werden für Weichen ohne Endabschaltung. Wir haben euch nun nachfolgend eine Schemaskizze für eine analoge Rückmeldeschaltung erstellt. Ihr seht auf dem Bild die analoge Schaltung einer Weichenstraße mit Lichtschranken (damit wir nicht immer mit Reedkontakten arbeiten).

analoge Rückmelder
Vergrößern -- Bild anklicken


Wie dem Bild zu entnehmen ist, ist der Verkabelungs- und Schaltungsaufwand bei analogen Schaltungen sehr hoch. Wir haben hier lediglich zwei Schaltvarianten dargestellt. Jede weitere Schaltvariante benötigt einen weiteren Schaltungsverteiler. Besser würde das System mit einem Gleisbildstellwerk funktionieren, denn dann könnten die Fahrstraßen dargestellt und über eine Rückmeldung auch die Weichenstellung dargestellt werden. Mit unserer Schaltung haben wir keine Weichenrückmeldung. Wir müssen uns darauf verlassen, dass sich die Weichen auch stellen. Aber das Bild sollte ja nur die Möglichkeit einer automatisierten Weichenstraße darstellen. Wesentlich einfacher gestaltet sich so etwas mit einem digitalen Rückmelder im Digitalbetrieb.

Seitenanfang




Die s88-Rückmeldetechnik
Nun beginnen wir mit den Rückmeldern, die für den digitalen Einsatz vorgesehen sind. Als erstes System haben wir uns das s88-System von Märklin herausgesucht.
Die mit dieser Technik ausgestatteten Rückmeldemodule (6088 und 60880) von Märklin stammen aus der Zeit des Memory (6043) und des Interface 6050 und 6051. An jedes Memory, dass als Protokoll nur das Motorola-Protokoll versteht, können und konnten max. 3 dieser s88 Rückmeldemodule angeschlossen werden. Jedes Modul war für Fahrstraßen zuständig, die mit dem Memory programmiert werden konnten. Wenn jemand damals und auch heute noch mit dem PC das Märklin Motorola-Protokoll bzw. das digitale Märklin-Motorola-System mit dem Interface (6050 bzw. 6051) steuern will, kann bis zu 31 dieser beiden Rückmeldemodule anschließen. Das wäre aber dann wirklich eine Großanlage, die nur wenige Modellbahner besitzen dürften. Das System gibt es nicht mehr im Neuwarenhandel. Dennoch ist es im Gebrauchtmarkt noch häufig anzutreffen. Es ist zwar immer noch interessant für kleine Dreileiterdigitalanlagen das System einzusetzen, aber erwerben sollte man dieses Märklin Motorola-System nur noch, wenn die Artikel wirklich billig zu erwerben sind und dabei meinen wir unter 20 bis 25 Euro darf eine komplette Motorola Digitalausstattung (Zentralstation und Memory) nicht mehr kosten. Wir erklären auch gleich warum.

Die Anzahl der möglichen Rückmelder ist nicht der Grund. Wesentlich problematischer ist, aus heutiger Sicht, die serielle Anordnung der Module und das alte Interface, das nicht über USB sondern nur seriell anschließbar ist. Die heutigen Computer besitzen meistens diesen Anschluss nicht mehr. Ferner ist der Signalpegel von 5 Volt für Störungen sehr anfällig. Um es abzuschließen, dass alte Motorola-System mit den s88 Rückmeldedecodern 6088 und 60880 ist durchaus noch interessant, aber nur wenn der Preis stimmt. Lasst euch hier nicht über den Tisch ziehen.

Damit wir hier nun nicht nur den Trockenkurs absolvieren, wollen wir uns die Technik der Rückmeldung mit diesem alten System ansehen:

Was wir uns gönnen ist eine Control-Unit, ein Memory, ein Keyboard und natürlich einen Trafo. Ferner besorgen wir uns noch ein s88-Modulle 6088. Mit diesen Artikeln können wir uns bereits Blockstrecken einrichten. Wer nicht weiß was eine Blockstrecke ist, der gehe auf unsere Hauptseite uns rufe dann den Artikel über Blockstrecken auf. Leider reicht die Control-Unit nicht aus, da sie keinen s88-Busanschluss besitzt. Er muss hier zusätzlich das Memory zur Steuerung von Abläufen mit eingebaut werden. Das s88 Buskabel muss dann an das Memory angeschlossen werden.

Um eine Blockstrecke einzurichten nehmen wir hier ein Kontaktgleis. Ein Kontaktgleis ist nichts anderes als ein Gleis, das eine Trennung auf einem Schienenstrang aufweist. Beim Dreileitergleis ist es entweder die rechte oder die linke Schiene (beide sind Nullleiter). Im Zweileitersystem ist es die Minusschiene. Märklin hat bereits fertige Kontaktgleise, sowohl für das C-Gleis als auch für das K-Gleis. Das M-Gleis betrachten wir hier nicht mehr. Die Kontaktstrecke wird nun mit einer Kabellitze zwischen dem Massekontakt der Schiene und einem S88-Decoder verbunden. Der S88-Decoder wird an die Memory angeschlossen. Das nachfolgende Bild zeigt die Schaltung.

Rückmelder Motorola
Vergrößern -- Bild anklicken


Mit dieser Schaltung und diesem 1 Rückmelder, ist eine Blockstrecke eingerichtet. Eine zweite und dritte und weitere erfolgen analog der ersten Blockstrecke. Die Schaltung, die wir oben zeigen kann nur mit dem Dreileitersystem funktionieren, da hier die Räder und die Achse stromleitend sind. Mit isolierten Rädern funktioniert das Ganze nicht.

Wer sich noch überhaupt nicht mit dem Thema beschäftigt hat, dem beschreiben wir nun den Vorgang. Ein Zug befährt die Kontaktstrecke = Streckenblock. Durch die elektrisch leitende Radsätze wird ein Kontakt zwischen beiden Schienen hergestellt (beide Schienen sind Nullleiter). Das S88-Rückmeldemodul erkennt den Schaltkontakt und gibt einen Schaltimpuls an die Control-Unit weiter. Da wir hier die Adresse 1 des s88 Moduls angeschlossen haben (es könnte auch eine andere sein) In diesem Beispiel ist es der erste Adresse des ersten S88-Rückmeldemoduls, im Memory also Adresse A1. wird in der Digitalzentrale die Schaltfolge der Adresse A1 auslöst. Damit können weitere Ereignisse ausgelöst werden, wie z.B. Zugstopp. Mit dem Memory können dann z.B. auch Fahrstraßen automatisch geschaltet werden, wenn der Zug die Kontaktstrecke befährt. Ihr seht also mit einem Rückmeldemodul lässt sich viel automatisieren.

Wenn ihr einen Schattenbahnhof mit den aufgeführten Artikel organisieren wollt, dann braucht ihr allerdings noch mehrere Kontaktstrecken, da ja hier nicht nur ein Abstellgleis vorhanden ist, sondern mehrere. Ferner muss sichergestellt werden, dass vor dem aus dem Schattenbahnhof ausfahrenden Zug kein Zug davor steht. Deshalb muss jedem Schattenbahnhof eine Freigabe-Kontaktstrecke eingerichtet werden um dies zu verhindern. Das würde dann so aussehen:

Rückmelder Motorola
Vergrößern -- Bild anklicken


Ihr seht also, im Digitalsystem ist die Anlage z.B. von Blockstrecken mit digitalen Rückmeldemodulen nicht so aufwendig, wie im analogen System. Wir wollen aber hier jetzt nicht weiter uns mit Blocksystemen beschäftigen, das machen wir dann im nächsten Aufsatz intensiver.

Wie wir nun wissen, besitzen die meisten handelsüblichen s88- Rückmeldemodule - auch von anderen Herstellern, nicht nur von Märklin, in der Regel 16 Eingänge. Dem Bedarf können mehrere Module aneinandergereiht werden (kaskadiert). Die maximale Anzahl von Rückmeldern an einem s88-Bus hängt davon ab, wie viele die Digitalzentrale oder das PC-Interface verwalten können. Märklin hatte am Anfang bei der Einführung des s88 -- 31 Module als Obergrenze festgelegt. Technisch sind jedoch auch mehr möglich. So können z.B. an die Master-Control bis zu 52 Stück s88-Module angeschlossen werden.
Um die s88-Module digital auswerten zu können ist eine Digitalzentrale mit einer s88-Schnittstelle Pflicht. Ohne eine derartige Digitalzentrale funktioniert natürlich das s88 System nicht. Hauptaufgabe der Zentrale ist dabei, die Rückmeldungen zu sammeln und an den PC weiterzuleiten. Wenn Zentralen bereits z.B. ein Gleisbildstellpult oder eine Pendelzugsteuerung integriert haben, wird ein PC nicht benötigt.
Wer mit einem PC seine Anlage steuern will, benötig entweder eine Digitalzentrale mit PC-Schnittstelle oder er besorgt sich ein externes Interface. Auch über das Thema "PC und Modellbahn" werden wir in Kürze einen eignen Aufsatz verfassen.
Nun wieder zurück zu unseren s88-Rückmeldesystem. Das s88 Rückmeldesystem ist eine lange Aneinanderreihung von sog. Schieberegistern, die entsprechend dem Zustand der zugeordneten Eingänge der Rückmeldemodule gesetzt werden. Analog zu den beiden möglichen Zuständen der Eingänge (geschlossen oder offen bzw. mit Masse verbunden oder nicht) stehen sie entweder auf "high" oder "low", was in der Digitaltechnik 1 oder 0 entspricht. Damit während des Auslesens der Register keine Informationen verloren gehen, wird jede Änderung an den Eingängen der Rückmeldemodule in Puffern - den sog. Latches - zwischengespeichert. Wir wollen uns aber nicht näher mit der internen Technik der s88 Rückmelder beschäftigen sondern die praktische Handhabung uns ansehen. Deshalb haben wir im nachfolgenden Bild schematisch die Anordnung von s88 Modulen zur Digitalzentrale dargestellt.

Rückmelder Schemaskizze
Vergrößern -- Bild anklicken


Die meisten s88-Rückmelder haben 16 Eingänge zum Einlesen von Massekontakten. Der Rückmelder im Digitalmodul stellt lediglich fest, ob der Eingang mit Masse verbunden ist oder nicht -- also geschlossen oder unterbrochen ist. Wie so ein Massekontakt erzeugt werden kann, dazu gibt es mehrere Möglichkeiten:

Variante 1:
Diese Variante setzt ein Dreileitersystem voraus. Bei der Einfahrt eines Fahrzeugs in einen isolierten Gleisabschnitt wird der Kontakt über den Radsatz hergestellt. Dazu muss man wissen, dass beim Dreileitersystem die beiden Schienen den Nullleiter darstellen und die Mittelschiene den Plusleiter (+). Im nachfolgenden Bild haben wir dies anhand eines Lämpchens dargestellt, wie das System funktioniert

Massekontakt Schemaskizze
Vergrößern -- Bild anklicken




Variante 2:
Herstellen eines Massekontaktes durch einen Schalter (z.B. Reedkontakt)


Variante 3:
Herstellen eines Massekontaktes durch einen Gleisbesetztmelder. Damit beim Schließen des Eingangs eine Masseverbindung entsteht, muss der s88-Rückmelder mit der gleichen Masseleitung verbunden werden wie die Schaltung, die den Massekontakt herstellt.

Bei Dreileiter-Anlagen, die über Booster mit durchgehender Masse versorgt werden, wird die Masseverbindung zwischen s88-Rückmelder und den übrigen Komponenten über die Masseleitung im s88-Buskabel hergestellt. Bei falsch verbundenen Masseverbindungen können sog. Brummschleifen auftreten, die nicht nur das s88-Rückmeldesystem negativ beeinflussen, sondern alle Komponenten des Digitalsystems. S88-Rückmelder mit galvanischer Trennung können zwar Abhilfe bei Masseschleifen schaffen, allerdings nur im s88-Bus.

Die Schaltung eines Rückmelders sieht dann wie folgt aus:

Rückmelder Dreileiter
Vergrößern -- Bild anklicken


In Zweileiter Anlagen oder in Digitalanlagen, deren Booster galvanisch getrennt sind, muss der s88-Rückmelder über einen speziellen Masseausgang mit einer gesonderten Masseleitung verbunden werden.

Rückmelder Zweileiter
Vergrößern -- Bild anklicken


Seitenanfang




Tipps zum s88-System
Das Abschirmungsproblem - s88
Die beliebten 6-poligen Flachbandkabel sind nicht gegen elektrische Störungen abgeschirmt. Deshalb ist die Länge der s88-Flachbandkabel zwischen den einzelnen Rückmeldemodulen und zur Zentrale zu begrenzen. Eine wenig störanfällige Länge des Buskabels beträgt rd. 1,00 m. Demgegenüber sollen die s88-Flachbandkabel mit einem Mindestabstand von mind. 20 cm zu den digitalen Versorgungsleitungen, den Weichenantrieben und anderen Stromverbrauchern verlegt werden. Da dies in der Praxis immer wieder auf Probleme stößt, da der Abstand nicht eingehalten werden kann, sollten abgeschirmte Kabel verwendet werden. Derartige Kabel können Patch-Kabel mit RJ-45 Anschlüssen sein. Diese sind in Computer-Netzwerken gebräuchlich und gegenüber fremden elektrischen Signalen abgeschirmt. Dank der guten Abschirmung der Patch-Kabel stellen längere Busleitungen dann kein Problem dar. Durch diese Patch-Kabel wird es möglich, die s88-Module in unmittelbarer Nähe der Rückmeldeabschnitte anzuordnen. Übrigens Patch-Kabel sind in vielen Längen und für wenig Geld im Fachhandel oder im Internet kostengünstig erhältlich. Nun gibt es noch ein Problem, um die herkömmliche s88-Rückmeldemodule und Digitalgeräte mit 6-poliger Schnittstelle an Patch-Kabel anschließen zu können, sind Adapter erforderlich. Die Adapter ermöglichen den Austausch der Flachbandkabel zwischen alten Modulen gegen Patch-Kabel.
Leider halten sich nicht alle Hersteller, die s88-Rückmeldemodule mit RJ-45-Anschlüssen anbieten, an den Standard s88-N. Manche verwenden eine eigene Pin-Belegung. Diese Module können nicht mit Modulen anderer Hersteller kombiniert werden. Deshalb darauf achten, dass die RJ-45-Anschlüsse den S88-N-Standard erfüllen.

Adapter Patchkabel
Adapter-Patchkabel -- Vergrößern -- Bild anklicken


Der s88-Rückmelder und der zusätzliche Einbau eines zusätzlichen Rückmelders
Die s88 Rückmeldemodule können entweder mit einem s88-Kabel oder mit einem CAT Kabel und einem s88-Adapter an die Zentralstation angeschlossen werden. Die nachfolgenden Decoder werden dann, wenn ein CAT-Kabel Verwendung findet, mit normalen CAT-Kabeln weiter verbunden werden. Wie wir wissen werden die s88 Rückmeldedecoder alle hintereinander geschaltet und die Adressierung wird fortlaufend fest vorgegeben. Wenn wir nun drei Rückmelder einsetzen dann haben wir 3 x 16 Rückmeldekontakte und zwar beginnend mit dem 1. Rückmeldemodul 1 (1 bis 16), das 2. Rückmeldemodul 2 (1-16) u.s.w. Wenn man nun zwischen dem 1. und dem 3. Rückmeldemodul ein zusätzliches einbauen muss, sind alle Adressen auf der Digitalstation ab dem neu eingebauten Modul zu ändern. Um die Neuprogrammierung zu umgehen, gibt es von der Fa. Tams Rückmeldemodule bei dem man die Adresse selbst einstellen kann.

Seitenanfang




Das Loconet System
Außer dem s88-Rückmeldesystem gibt es noch andere Rückmeldesysteme. Ein weiteres ist das sog. Loconet-Rückmeldesystem. Es wird vor allem von Uhlenbrock verwendet. Voraussetzung für die Datenübertragung ist der LocoNet-Bus. Dieser Bus verbindet Digitalzentrale, Steuer- und Bediengeräte, Rückmelder, Schaltmodulen und weiteren Elementen. Der Bus verbindet somit alle digitalen Geräte, die auf der Anlage vorhanden sind. Natürlich müssen diese Geräte auch das LocoNet verstehen. Das LocoNet wurde von der Firma Digitrax entwickelt. Es wird übrigens aucxh von Fleischmann/Piko verwendet. Das beim LocoNet verwendete Kabel ist sechspolig (Flachbandkabel) und mit sog. Westernsteckern ausgerüstet. Alle Geräte, die über das LocoNet angeschlossen werden, also auch unsere Rückmeldermodule, beziehen ihre Betriebsspannung aus dem LocoNet. Der benötigte Strom wird dem LocoNet von der Digitalzentrale zur Verfügung gestellt. Übersteigt der Stromverbrauch der angeschlossenen Geräte den von der Digitalzentrale gelieferten Strom, so ist eine zusätzliche LocoNet-Stromeinspeisung möglich. Soweit die Technik. Nun wieder zurück zu unserem Rückmelder im LocoNetsystem. Es gibt für das LocoNet Rückmeldemodule (z.B. Uhlenbrock 63320) und Schaltmodule (z.B. Uhlenbrock 63410). Eine Besonderheit hat Uhlenbrock. Anstatt Gleisbesetztmelder besitzt Uhlenbrock als Gleisbesetztmeldesystem - also zur Zugerkennung - das sog. Lissy. Die Fa. Fleischmann/Roco die ebenfalls den LocoNetbus benutzt hat dagegen z.B. das Rückmeldemodul 10787. Dieses Rückmeldemodul ist die Grundlage für alle automatischen Funktionen, die von einem Computer aus gesteuert werden können. Es besitzt acht galvanisch getrennte Ausgänge mit Schraubklemmen, an denen sich Moment- oder Dauerkontakte anschließen lassen. Wird ein Kontakt betätigt, leuchtet die dazugehörende Leuchtdiode. Mit dem beiliegenden Kabel kann das Rückmeldemodul an eine Digitalzentrale angeschossen werden, die den LocoNetbus versteht. Sehen wir uns so ein Schemabild für das LocoNetsystem an und da werdet ihr erkennen, dass der automatisierte Betrieb auf einer digitalen Modellbahn immer durch die Digitalzentrale gesteuert werden muss. Das Digitalsystem handelt hier ausschließlich zentral. Im Analogbebtrieb fehlt eine derartige Zentrale und deshalb sind hier die Bauteile zur automatischen Steuerung im dezentral - also für jeden Automatikbetrieb ntsprechende Module.

Bleiben wir beim LocoNetbussystem. Nachfolgend ist dargestellt, wie eine Automatisierung aussehen kann:

Loconetrückmelder
Loconetanschlüsse -- Vergrößern -- Bild anklicken


Wie dem obigen Systembild entnommen werden kann, können LocoNet-System alle Geräte wie z.B. Digitalzentrale, Fahrregler, Gleisbildstellpult, Rückmelder und Schaltdecoder angeschlossen werden. Jedes Gerät kann Befehle über das LocoNet an andere Geräte abgeben oder empfangen oder einfach Informationen versenden. Das System ist somit einfach und überschaubar.

Seitenanfang




Links zum Thema
--> Hinweis zur automatisierten Modelleisenbahn - Teil: Grundlagen der Computersteuerung
--> Hinweis zur automatisierten Modelleisenbahn - Teil: Systemanforderung und Software
--> Hinweis zur automatisierten Modelleisenbahn - Teil: Rückmelder
--> Hinweis zur automatisierten Modelleisenbahn - Teil: Rückmeldungen
--> Hinweis zur automatisierten Modelleisenbahn - Teil: Pilotanlage
--> Hinweis zur automatisierten Modelleisenbahn - Teil: PC-Anschluss, virtuelle Stellwerke, Blockbelegung
--> Hinweis zur automatisierten Modelleisenbahn - Teil: Fragen und Antworten

Seitenanfang

Im nächsten Teil wollen wir uns nun detailliert mit den Möglichkeiten des automatischen Modellbahnbetriebs befassen und kommen als erstes zur Erstellung von Blockstellen bzw. zur Blockstellensteuerung. Viel Freude weiterhin mit eurer Modellbahn wünscht euch
hpw-modellbahn

linie

Zurück         Zurück

linie