Lokomotiven digitalisieren - die digitale Modelleisenbahn - Teil: 3



Vertiefungsthema:

Der Einbau von Lokdecodern - Teil: 3


Inhaltsverzeichnis

Teil: 3
- Einbau des Decoders in die digitale Schnittstelle
- Der Einbau des Lokdecoders ohne digitale Schnittstelle
- Hinweise und Tipps


Der direkte Einbau von Locdecoder ohne digitale Schnittstelle

Nach dem Öffnen des Gehäuses ist hier vor dem eigentlichen Einbau erst mal etwas Detektivarbeit angesagt - so z.B. wie sind die elektrischen Verbindungen in der Lok realisiert?

Die beiden Motoranschlüsse sind bei analogen Loks direkt - über einen Stromabnehmer - elektrisch mit den Rädern verbunden. Zur Funkentstörung findet man dabei häufig eine kleine Spule und einen Kondensator.

Diese Funkentstörelemente sind zu entfernen und die direkten Motorverbindungen zu den Rädern zu trennen. Dies kann zum Beispiel durch Auftrennen von Leiterbahnen auf der Platine oder durch Isolierung von Kontaktfedern mittels Klebefolie erfolgen. Künftig, also nach der Digitaliiserung, werden die Stromabnehmer nur noch mit dem Decoder verbunden sein. Es darf somit kein direkter Kontakt zwischen den beiden Motoranschlüssen und den Schienen mehr bestehen.

! Ist dieser Teil der Arbeit erledgt, wird der Decoder, der isolierend gegenüber dem Einbauraum positioniert werden muss, eingebaut.

Bei der Verkabelung des Decoders ist das vorherige Lesen der Decoderbeschreibung Pflicht. Eine falsche Verkabelung kann zur Zerstörung des Decoders führen. Falls keine Decoderbeschreibung vorliegt, sind in der Regel die Decoderbeschreibungen im Netz zu finden. Ein guter Rat: Kaufen Sie nie gebrauchte Decoder ohne Beschreibung. Meistens haben diese Decoder einen Defekt und der Verkäufer wird Ihnen sofort bei einer Reklamation mitteilen, dass der Decoder falsch angeschlossen wurde.

In der Regel (Abweichungen sind hier möglich) wird das schwarze Kabel mit der Stromabnahme des in Fahrtrichtung linken Rades verbunden wird.
Das rote Kabel mit der Stromabnahme des rechten Rades (in Fahrtrichtung).
Das graue Kabel kommt an den Motoranschluss, der vorher mit der in Fahrtrichtung linken Schiene verbunden war.
Das orange Kabel an den anderen Motoranschluss.´

Als nächstes kommt die Beleuchtung an die Reihe. Auch hier den Decoderschaltplan zu Hilfe nehmen. Wichtig: Es darf kein Kurzschluss zwischen Schiene bzw. Rad und den Decoderausgängen existieren, da sonst die Endstufen der Lichtausgänge des Decoders (Kurzschluss) durchbrennen können.

Ist auch diese Arbeit getan, dann geht es an die Probefahrt. Man sollte die Lok noch nicht endgültig zusammen bauen. Das Oberteil der Lok sollte bei der Probefahrt noch nicht aufgebracht werden.

Bevor die Lok aufs Gleis gestellt wird kontrolliert man zuerst noch einmal, ob auch kein Kurzschluss zwischen den Anschlüssen existiert.
Als nächstes liest man auf dem Programmiergleis die Lokadresse aus. Auch diese Sicherheitsmaßnahme dient dazu, eventuelle Fehler in der Beschaltung festzustellen.
Zum Schluss kommt der große Augenblick und die erste Fahrt auf dem Gleis und die Konfiguration des Decoders.

Die nachfolgende Tabelle zeigt den Platzbedarf verschiedener Digital-Lok-Decoder. Weitere Informationen über die am Markt befindlichen Decoder können u.a. auch bei www.conrad.de eingesehen werden.

Decoder mit Schnittstellenstecker nach NEM-(S)
Decoder
Trix 66832
Trix 66830
Zimo MX62
Trix mit NEM-Stecker
DC 73510 von Uhlenbrock
Protokoll
Selectrix
Selectrix
NMRA
Selectrix + DCC
MM,DCC,Selectrix
Länge in mm
36
14
18
24,2
12,00
Breite in mm
13
9
9
15,4
8,6
Dicke in mm
3
2,5
3
2,5
2,5


Einen weiteren Einblick hier könnt ihr der Pageseite - "Digital im Detail" - bekommen.

Digitale Schnittstelle
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Nun wollen wir uns den Einbau eines Lokdecoders, ohne digitale Schnittstelle ansehen.
Wer ordentlich mit einem Lötkolben umgehen kann, braucht sich keine Gedanken um den Einbau eines solchen Decoders zu machen. Wo ein Umschalter oder ein Delta-Decoder sitzt, passt auch ein Decoder 76200/76400 hin und die 8 Drähte richtig anzuschließen ist wahrhaftig keine Hexerei. Die Einbauanleitung ist dazu hinreichend präzise. Nach ein wenig Übung baut man die Decoder in 20 Minuten ein.

An Werkzeug sollte vorhanden sein:

- Ein Lötkolben von 30 Watt ist mehr als ausreichend. Die Lötspitze sollte max. 1 mm Durchmesser aufweisen. Außerdem sollte man nie vergessen, dass ein Decoder elektronische Bauteile enthält, die auf statische Entladung und Kurzschluss sehr empfindlich reagieren. Deshalb sich "erden"
- Seitenschneider
- Abisolierwerkzeug
- Uhrmacher-Schraubendreher in verschiedenen Größen
- Pinzette(n)

An Material wird gebraucht:
- Lötzinn
- Isolierschlauch oder Schrumpfschlauch zum Isolieren offenliegender Lötstellen (kein Isolierband bzw Tesaband)
- Isolierschlauch 4 - 5 mm Ø zum Bündeln und fixieren von Drähten
- doppelt klebendes Isolierband zum Befestigen des Decoders


Nun zum Einbau:

1.Schritt
Der erste Schritt verlangt noch keine Handarbeit. Bevor mit den Arbeiten begonnen wird, sollte nicht vergessen werden, dass es sich bei einem Decoder um ein sensibles elektronisches Bauteil handelt. Wer nicht darauf achtet, dass keine Masseverbindung zum Decoder bestehen darf, muss sich nicht wundern, wenn beim ersten Einsatz eine kleine Rauchfahne vom Decoder auftseigt. Dies ist dann ein untrügliches Zeichen, dass eine Masseverbindung bestanden hat und der Decoder dadurch zerstört wurde.

Auch auf einen weiteren Punkt sollte geachtet werden. Der Arbeitsplatz muss antistatisch sein. Bevor der Decoder angefasst wird, sollten die Hände an einem Stahlheizkörper oder an einer Metallplatte "abgeladen" werden.

Beim Einbau hält man den Decoder am besten seitlich und vermeidet damit ein Berühren der Elektronikbauteile.

Auch mit dem Lötkolben ist vorsichtig umzugehen. Darauf achten, dass keine zu lange Lötzeiten entstehen, da diese zum Erhitzen des Decoders führen. Am Decoder selbst keine Lötarbeiten durchführen.

Grundsätzlich gilt natürlich, dass nur Lokomotiven mit einem Digitaldecoder ausgerüstet werden sollen, die auch im Analogbetrieb einwandfrei funktioniert haben. Der Einbau des Lokdecoders kann keine mechanischen Probleme oder Kontaktschwierigkeiten der Lokomotive ausgleichen bzw. beseitigen.

2.Schritt
Das Gehäuse der Lok wird nun nach der Beschreibung des Herstellers abgenommen.
Danach ist bei den meisten Loks die Leiterplatte zu sehen. Die nicht benötigten Teile auf der Leiterplatte werden ausgebaut. Als erstes werden sämtliche nicht benötigten Dioden (z.B. zu den Birnchen), Kondensatoren, Siliziumscheiben und Entstördrosseln entfernt.
Die Stromkabel von den Radschleifern müssen so aufgelötet sein, dass keine Masseverbindung zum Chassis besteht. Ist Massekontakt vorhanden, muss dieser unterbrochen werden.
Der Motor muss absolut massefrei sein. Deshalb sorgfältig prüfen, ob der Motor auch tatsächlich massefrei ist. Bei manchen Motoren muss hier das Motorschild ersetzt werden, wenn festgestellt wird, dass eine der Kohlen eine Masseverbindung besitzt.

Auf den Leiterplatten sind die Leiterbahnen zu prüfen und eventuell mit einem scharfen Messer zu durchtrennen, da hier oft eine Stromverbindung zum Motor besteht. Dazu ist es erforderlich, die Leiterplatte auszubauen und auch die Rückseite zu begutachten, da sich auch manchmal auf der Rückseite Leiterbahnen befinden können, die dann einen Kurzschluss verursachen können.

Falls eine alte Lok digitalisiert werden soll, müssen die Polklemmen vom Motor entfernt werden (Auslöten).

Nochmals eindringlich:
Vor dem Einbau des Decoders sind alle Verbindungen zwischen dem Motor, Stromaufnehmern (Radschleifer) und Zusatzfunktionen (z.B. Beleuchtung) aufzutrennen.
Nach dieser Prozedur sollten alle noch verbliebenen Leitungen mit einem Ohmmeter auf Masse geprüft werden.

3.Schritt
Nun geht es an die Kabelverbindungen.

Im Gegensatz zu den alten Loks, haben sich die Hersteller nun bei der Verkabelung auf einen Standard geeinigt. So sind die schwarzen und roten Kabel an die Radschleifer anzuschließen. Die orangen und grauen Kabel sollen am Motor befestigt werden. Weißes und gelbes Kabel sind Funktionsausgänge und werden meistens für den Lichtwechsel verwendet.

Bei Lokomotiven mit potentialfreien (keine Masseverbindung) Birnchen werden diese mit dem blauen Kabel verbunden. Ein weiteres Kabel ist in der Regel zum Schalten einer weiteren Funktion, wie Rauchentwickler, Signalhorn oder Fernscheinwerfer, vorgesehen.

Wichtig: Wenn Kabel nicht benötigt werden, dann vor dem Einbau des Decoders kürzen und die Schnittstelle mit einem Tupfen Heißkleber verschließen. Isolierbänder haben den Nachteil, dass sie wieder abgehen können.

Man sollte sich auch genau merken, welcher Motoranschluss mit dem rechten bzw. linken Radschleifer verbunden war (Kessel oder Führerstand liegt in Fahrtrichtung vorne).

4.Schritt
Nun kommt der Decodereinbau. Dabei ist darauf zu achten, dass der Decoder an einer Stelle in der Lok eingebaut wird, wo mit geringster Wärmeentwicklung zu rechnen ist. Eine Platzierung in der Nähe des Motors sollte vermieden werden. Bei der Suche nach einem geeigneten Einbauort müssen auch die Zuleitungsdrähte zum Decoder berücksichtigt werden.

Beim Einbau des Decoders ist zu unterscheiden zwischen Gleichstrommotoren und Wechselstrommotoren (Märklin-Motoren oder Allstrommotoren).

4.1: Einbau bei Gleichstrommotoren
Bei Gleichstrom-Lok(motoren) wird der Decoder einfach zwischen die von den Radkontakten kommenden Drähte und den zum Motor führenden Drähte geschaltet. Die Farben der jeweiligen Drähte sind bei den namhaften Herstellern genormt:
- Farbe rot und schwarz führen zu den Radschleifkontakten
- Farbe grau und orange werden am Motor angeschlossen.

Je nach Decoder gibt es die Möglichkeit,
- die Spitzenbeleuchtung in Abhängigkeit von der Fahrtrichtung zu schalten
- weitere Funktionen wie Innenbeleuchtung, Raucherzeuger usw. zu schalten
- die Ausgänge werden im Allgemeinen mit F1, F2 ... bezeichnet. Siehe hierzu aber auch die Decoderbeschreibung.

Nachfolgend wird ein Schaltbeispiel für Gleichstrommotoren gezeigt:

Decodereinbau bei Gleichstrommotoren
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1. Zuerst wird der rote Anschlussdraht des Decoders mit dem rechten Radschleifer verbunden (Kessel oder Führerstand - 1 - liegt in Fahrtrichtung vorne).

2. Den schwarzen Anschlussdraht des Decoders mit dem linken Radschleifer der Lokomotive verbinden.

3. Nun wird Motor angeschlossen. Dazu den orangen Anschlussdraht mit dem Motoranschluss verbinden, der vor Einbau des Decoders mit dem rechten Radschleifer verbunden war.

4. Der graue Anschlussdraht wird mit dem Motoranschluss verbunden, der vor Einbau des Decoders mit dem linken Radschleifer verbunden war. Vorsicht: Ein Vertauschen der Anschlussdrähte führt zu einer falschen Fahrtrichtung der Lok - es muss sonst wieder umgelötet werden.

5. Zum Schluss werden die Funktionsausgänge angeschlossen. Der Decoder liefert am blauen Anschlussdraht die positive Versorgungsspannung für die Funktionsausgänge. Über den gelben und den weißen Anschlussdraht schaltet der Decoder die Funktionen (z.B. Lampen) an die negative Versorgungsspannung (Bitte hier auch die Decoderanleitung lesen). Je nach inneren Aufbau (bestehende Verdrahtung) gibt es für den Anschluss der Funktionsausgänge zwei Varianten:

Variante A:
Sind die Lampenfassungen der Lokomotive gegen das Fahrgestell isoliert, verwendet man den potentialfreien Anschluss der Funktionsausgänge. Diese Anschlussart bereitet die wenigsten Probleme und ist auf jeden Fall zu empfehlen, auch wenn die Vorbereitungen (Auftrennen der Verbindungen) etwas langwieriger sind.

Decodereinbau bei Gleichstrommotoren
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Variante B:
Bei Lokomotiven, bei denen die Lampenfassungen die Radschleifer mit dem Fahrgestell elektrisch verbunden sind ist, muss der in der nachfolgenden Abbildung gezeigte Anschluss der Funktionsausgänge gewählt werden. Der blaue Anschlussdraht wird nicht mehr benötigt. Der Decoder N020 besitzt z.B. keinen Ausgang mit positiver Versorgungsspannung (blauer Draht bei T121/T140). Hier werden ebenfalls die Funktionsausgänge an einen Radschleifer angeschlossen. Diese Anschlussart des Decoders ist bei einigen Lokomotiven einfacher zu realisieren, hat aber auch Nachteile:
a) Die Helligkeit der Lampen ist bei dieser Anschlussart etwas geringer. Der Kurzschlussschutz der Funktionsausgänge ist in seiner Wirksamkeit eingeschränkt.
b) Im Gleichstrombetrieb ist nur ein Funktionsausgang betriebsfähig. Welcher Funktionsausgang das ist, hängt davon ab, mit welcher Schiene das Fahrgestell der Lokomotive verbunden ist.

Hintergrund: Wenn das Fahrgestell negative Versorgungsspannung besitzt, funktioniert der Funktionsausgang nicht, da der Decoder diesen auch gegen negative Versorgungspannung schaltet. Um alle Funktionen des Decoders nutzen zu können, sollten diese Lokomotive nur im Digitalmodus betrieben werden (Analogbetrieb sollte ausgeschlossen werden).

Decodereinbau bei Gleichstrommotoren
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Die Beleuchtung wird dann hier wie folgt angeschlossen:

weiß - Spitzenlicht vorne und Schlußlicht hinten
gelb - Spitzenlicht hinten und Schlußlicht vorne

Anschließend sollte nochmals die Verdrahtung, der Decoder und die Motoranschlüsse auf Kurzschlüsse untersucht werden. Den Decoder nicht mit Isolierband umwickeln, da dadurch die Leistungsfähigkeit herabgesetzt wird.

4.2: Einbau bei Wechselstrommotoren
Nun ist es, wie wir wissen, bei Gleichstrom-Motoren egal, ob es sich um einen Faulhaber, einen Glockenanker oder sonstigen Gleichstrommotor handelt. Bei den Wechselstrom-Märklin-Motoren ist es aber wichtig. Selbst Loks gleicher Bauart wurden bei Märklin im Laufe der Jahre mit unterschiedlichen Motor-Typen versehen.

Nun gibt es zwar für diese Wechselstrommotoren eine einfache Lösung durch den Einbau eines Allstrom-Decoder wie z.B. dem AnDi oder verschiedene Uhlenbrock-Decoder. Diese Decoder können den vorhandenen Motor ansteuern, sind preiswert und auch leicht einzubauen. Zu empfehlen sind sie aber dennoch nicht. Zwar lässt sich die Lok digital steuern, aber die Fahreigenschaften leiden. Der Grund hierfür ist der 3-polige Märklin-Motor.

Es ist deshalb besser Wenn dieser Motor auf einen 5-poligen Hochleistungsmotor umgerüstet wird, dann erreicht man wieder ein gutes bis sehr gutes Fahrverhalten. Um den Motor entsprechend umbauen zu können ist es erforderlich, den eingebauten Motortyp zu kennen.

Grundsätzlich wird zwischen zwei Motor-Typen unterschieden:

- Motoren mit Trommelkollektoren und
- Motoren mit Scheibenkollektoren.

Motoren mit Trommelkollektor haben quadratische Kohlebürsten und benötigen den:

- Märklin-Umbausatz mit fx-Decoder: Nr. 60901 *)
oder

- Märklin-Umbausatz mit mfx-Decoder: Nr. 60921

Motoren mit Scheibenkollektoren gibt es in zwei Größen:

- Motoren mit kleinem Scheibenkollektor (ca. 18 mm Ø)
- Motoren mit großem Scheibenkollektor (ca. 24 mm Ø).

Diese Motoren besitzen eine runde Kohlebürste und eine runde Bürste aus Drahtgeflecht. Hier eignet sich für die kleinen Motoren der:

- Märklinumbausatz mit fx-Decoder: Nr. 60903
- Märklinumbausatz mit mfx-Decoder: Nr. 60923

Für die großen Scheibenkollektormotor eignen sich:

- Märklinumbausatz mit fx-Decoder: Nr. 60904
- Märklinumbausatz mit mfx-Decoder: Nr. 60924

Leider sind manche diese Umbausätze nicht mehr von Märklin lieferbar. Dennoch gibt es sie im Versandhandel und bei den Händlern sie sie in der Regel auch noch zu beziehen.

Decodereinbau bei Wechselstrommotoren
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5.Schritt
Nachdem nun der Decoder eingebaut wurde beginnt die Probefahrt.
Da trotz aller Vorsicht Verbindungen oder Kurzschlüsse übersehen werden können, sollte der erste Test des Decoders auf einem Gleisabschnitt mit einer Strombegrenzung durchgeführt werden. Die einfachste Methode ist dabei die Nutzung des Programmiergleises der Digital-Zentrale, soweit diese eine Strombegrenzung enthält.

Vorgehen:
  • Die Lok wird auf das Programmiergleis gestellt.


  • Das Konfigurationsregister 1 (CV#1) ausgelesen. Es enthält die Basisadresse der Lok. Bei allen fabrikneuen Decodern ist dort der Wert 03 gespeichert. Falls ein anderer Wert ausgelesen wird, wird einfach der Wert 03 programmiert. Beim anschließenden Auslesen muss der Wert dann 03 sein. Die Programmierung sollte ohne Probleme möglich sein, ansonsten ist beim Decodereinbau irgend etwas falsch gelaufen.


  • Erfolgt keine Rückmeldung, ist nochmals die Verdrahtung der Radschleifer bzw. Motoranschlüsse zu überprüfen. Mit den alten Arnoldzentralen (mit zusätzlichen Programmer) und den dazu baugleichen Märklin Digital "=" - Geräten lassen sich Lokadresse und alle Register, die den Wert 0 enthalten nicht auslesen. Der Decoder wird dann mittels Auslesen von Register 2 (CV#2) getestet, welches im Grundzustand den Wert 7 enthält.


  • Ist soweit alles in Ordnung wird die Lok unter der Adresse 03 im unteren Fahrstufenbereich auf der normalen Strecke gefahren und die Fahrtrichtung überprüft. Bei der ersten Probefahrt, sollte die Funktionstaste noch nicht aktiviert werden. Bei einem Fahrbefehl "vorwärts" muss die Lok auch vorwärts fahren. Wenn nicht, sind die Radschleiferanschlüsse (rot, schwarz) oder die Motoranschlüsse (grau, orange) vertauscht.


  • Fährt die Lok einwandfrei und reagiert beim Richtungswechsel richtig, kann auch die Funktionstaste in Betrieb genommen werden. So sollte auf jeden Fall die Beleuchtung der Lok mit der Fahrtrichtung übereinstimmen, wenn nicht, sind die Anschlussdrähte (weiß, gelb) zu den Birnchen/LEDs vertauscht.
    Ist ein bei der Probefahrt ein sehr hoher Pfeifton zu hören, dann sofort die Stopptaste drücken, denn dann ist ein „Kurzschluss“ auf dem Decoder, der aber nicht ausreicht, die Anlage auszuschalten und den Decoder zerstören könnte. könnte.


  • Stottert die Lok beim Anfahren oder brummt nur ganz leise, liegt ein Fehler in der Verdrahtung (Kurzschluss) vor. Sofort die Lok vom Gleis nehmen oder Versorgungsspannung abschalten. Beim manchen Decodern wird die Überlastung zusätzlich durch ein Blinken der Lampen angezeigt. Bitte beachten, dass die Abschaltung der Motorausgänge auch bei Überlastung des Decoders vor sich geht. Die Überlastung kann z.B. beim Anfahren bei hohen Digitalspannungen (> 18 Volt) durch den Motor auftreten, da der Decoder mit Strömen von weit über 1 Ampere belastet wird. Ebenfalls kann beim Zuschalten der Beleuchtung durch den Kaltwiderstand der Glühlampen der Überlastschutz ansprechen und damit den Decoder abschalten.
    Die nach NMRA-Norm empfohlene Digitalspannung für Lokomotiven der Baugröße H0 liegt bei 15 Volt. Ein Reduzieren der Spannung der Digi-Zentrale bringt somit Vorteile für die Lebensdauer der Lämpchen und des Motors der Lok.


  • Funktioniert alles fehlerfrei, dann war der Einbau des Decoders erfolgreich. Um alle Funktionen nutzen zu können und den Decoder optimal an die jeweilige Lokomotive anzupassen, sind nun die verfügbaren Konfigurationsvariablen noch entsprechend zu programmieren.


  • Nun kann das Gehäuse wieder aufgesetzt werden. Der Einbau ist beendet. Beim Verschließen der Lok darauf achten, dass keine Kabel gequetscht oder der Decoder verschoben wird.




Hinweise und Tipps
    Der Märklin-Motor:

    Bei Märklin Motoren muss - bei den oft eingebauten Märklin Allstrom-Motoren - an der Statorwicklung (der Feldspule) des Motors der Mittel-Abgriff - das ist der schwarze Draht - durchgeschnitten werden. Beide Spulenhälften sind dort miteinander verlötet, und die Lötstelle muss geschlossen bleiben. Ein Schrumpfschlauch vermeidet Kurzschlüsse.


    Verdrahtung bei Märklin-Modellen

    - rotes Kabel an Schleifer
    - braunes Kabel an Masse
    - 2x weißes Kabel an die Statorspule (erst provisorisch anlöten!)
    - blaues und grünes Kabel an den Motor
    - graues Kabel ans vordere Licht
    - gelbes Kabel ans hintere Licht.

    Lok aufs Gleis, Adresse 01 - wenn die Laufrichtung nicht stimmt, die weißen Drähte vertauschen und endgültig anlöten!
    Falls zwei Funktionsausgänge für Telexkupplung, Zugbeleuchtung etc. vorhanden, können diese auch noch angeschlossen werden.

    Die Feldspule muss nicht mit ausgetauscht werden (gegen einen Dauermagneten), denn die Decoder arbeiten mit Gleichstrom - bei den Märklin Allstrom-Motoren kein Problem. Nach dem Umbau bekommt die Statorspule vom Decoder reinen Gleichstrom, stellt also einen Elektro-Magneten dar mit gleichen Eigenschaften wie ein Dauermagnet.

    Wenn ein Delta-Decoder ausgebaut wird, um einen neueren Decoder einzubauen, sind die Drähte am alten Decoder nicht abzulöten, sondern lässt sie ca 3 mm lang stehen. So können die Farben der Kabel noch erkannt werden.
    Ein funktionsfähiger Delta-Decoder taugt durchaus noch für ein "zweites Leben" in Funktionsmodellen (wie z.B. einen Kran etc.). Wenn die Anschlussfarben später nicht mehr erkannt werden, ist dieser Decoder "verloren".


    Ergänzende Hinweise zum Einbau von Selectrix-Decodern (Minitrix)

    Beim Einbau vom Selectrix-Decodern sind grundsätzlich die gleichen Dinge zu beachten, wie beim Einbau von NMRA-kompatiblen Decodern. Es wird jedoch bei Selectrix-Decoder kein Plus-Anschluss (blaues Kabel bei NMRA-Decodern) herausgeführt. Stattdessen werden die Lampen und die Zusatzfunktion mit dem zweiten Ende mit einer Gleisseite verbunden. Damit entfällt die Isolation dieser Verbraucher gegen den Rahmen. Die Helligkeit der Lampen ist jedoch deutlich reduziert. Insbesondere bei Fahrzeugen mit langen und/oder verwinkelten Lichtleitern ist daher u.U. eine Verbesserung der Beleuchtung notwendig. Bei Fahrzeugen der Firma Trix sind die Lampen jedoch für eine optimale Helligkeit bei halber Spannung ausgelegt und damit auch an die Decoder angepasst.
    Ein Blick auf den Decoder 66832 bzw. 66833 lässt jedoch vermuten, dass die beiden freien Anschlussflächen mit Plus und Minus verbunden sind. Damit ergäbe sich die Möglichkeit die Verbraucher wie bei NMRA-Decodern anzuschließen.
    Der Motor muss immer vollständig isoliert werden. Eine Verbindung zwischen einem Motoranschluss und einem Gleisanschluss (Stromabnehmer und u.U. der Rahmen) führt zur Zerstörung des Decoders.
    Bei Selectrix-Decoder können vier Parameter eingestellt werden:

    - Maximalgeschwindigkeit (7 Stufen)
    - das Beschleunigungs- und Bremsverhalten (ebenfalls 7 Stufen)
    - die Frequenz der Pulsweitenmodulation (PWM) in 4 Stufen
    - das Verhalten in Signalabschnitten (2 Möglichkeiten).

    Beim Verhalten in Signalabschnitten wird unterschieden, ob bis zur Fahrstufe 3 oder bis zum Stillstand abgebremst wird. Eine Maximalgeschwindigkeit von '0' schaltet den Decoder auf den Betrieb mit Gleichstrom um. Ein Betrieb mit Selectrix ist dann nicht möglich. Die Anpassung der PWM-Frequenz erfolg nach Gehör, wobei mögliche Resonanzen vermieden werden. Diese im Vergleich zu NMRA-Decoder geringen Einstellmöglichkeiten sind nicht unbedingt ein Nachteil, da die Decoder dank der fest vorgegebenen Geschwindigkeitskennlinie und der Regelung auch ohne umfangreiches Programmieren im Betrieb gute Fahreigenschaften zeigen. Die Einstellung der untersten Fahrstufe erübrigt sich, da die Regelung ein Anfahren bei der untersten Fahrstufe sicherstellt. Eine Anpassung an unterschiedliche Adress- und Fahrstufenmodi ist wegen der einheitlichen Betriebsart nicht erforderlich. Besondere Lichterspiele bleiben allerdings speziellen Funktionsdecodern vorbehalten.



An alle Modellbahnfreunde !
Wir hoffen, dass wir euch mit diesen Ausführungen animieren konnten, es selbst auch einmal mit den Umbau von analogen zu digitalen Loks zu versuchen. Der Umbau bei einschlägigen Fachgeschäften ist in der Regel sehr teuer. Auch kann man hier nur bedingt Einfluss auf die Auswahl der Decoder nehmen. Wir haben leider auch feststellen müssen, dass die Bereitschaft eine alte Lok umzurüsten in Fachgeschäften nicht groß ist. Da will man verkaufen oder nur Teile einsetzen, aber sich nicht mit der Digital-Technik auseinandersetzen. Deshalb versucht es selbst einmal, es ist nicht allzu schwer.
Unsere Ausführungen haben wir teilweise durch eigene Erfahrungen, teilweise auch durch verschiedene Aufsätze von anderen Modellbahnern in der vorliegenden Form machen können.

Unser Dank gilt vor allem auch Herrn Ismael Sailer auf dessen Homepage
http://www.1zu160.net
ich viele seiner Erfahrungen mit dem Einbau von Digitaldecodern bei meinen eigenen Einbauten verwerten konnte.
Auch die Ausführungen der Fa. Uhlenbrock zu ihren Lokdecodern haben uns viel geholfen.
Es würde uns viel Freude bereiten, wenn euch die o.g.Ausführungen zu Fragen bzw zum Diskutieren bewegen würden.
Wenn ihr dazu Lust habt schreibt doch einfach eure Fragen und eure Tricks und Tipps beim Einbau von Digitaldecodern in das Forum.

gez hpw-modellbahn



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