Die Epochen der Eisenbahn - Bahngeschichte -


Die Epochen der Deutschen Eisenbahn

-- Die Darstellung und Beschreibung der Epochen der Deutschen Eisenbahn --


Hallo Modellbahnfreunde

Sicherlich habt Ihr schon bemerkt, dass in der Regel in jedem Modellbahnkatalog - vor allen in den Sparten Lok und Wagen - der Begriff "Epoche" auftaucht. Dieser Begriff hängt mit der Entwicklungsgeschichte der Eisenbahn zusammen. Vor allen bei den Lokomotiven zeichnen sich deutliche Zeitepochen ab, die durch technische Merkmale und wechselnde gesellschaftliche Strukturen gekennzeichnet sind. Die Epochen kommen sowohl im Streckenbild - z. B. im Bau- und Signalwesen - als auch in der Bauart, in der Farbgebung und in der Beschriftung der Fahrzeuge - zum Ausdruck.
Ziel der meisten Modellanlagenbauer wird es sicherlich sein, zumindest im fortgeschrittenen Modellbahnerleben, ihre Modellbahnanlage hinsichtlich ihrer Thematik, der Ausstattung und des eingesetzten Fahrzeugparks auf eine bestimmten Zeitepoche auszurichten. Im übrigen erhäht dies auch die Attraktivität der Anlage erheblich.
Es gibt aber natürlich auch Anlagen wo ein Sammelsurium von Epochen vorherrscht und zwar deshalb, weil der Erbauer der Anlage sich vielleicht aus Unkenntnis mit dieser Epochenthematik noch nicht beschäftigt hat, oder weil er einfach nur reinen Fahrspass haben will.
Egal welche Vorlieben ihr habt. Interessant ist es aber dennoch sich mit Thema "Modellbahnepochen" zu beschäftigen.
Bei den europaeischen Eisenbahnen werden derzeit 5 Zeitepochen unterschieden, die sich aber grundsätzlich nicht scharf abgrenzen lassen.
Vielmehr sind die Übergänge fließend und auf Teilgebieten unterschiedlich. Zahlreiche zwischenzeitliche Veränderungen im Erscheinungsbild der Eisenbahnen erfordern eine weitere Unterteilung in Perioden.
Diese lassen sich jedoch wegen der unterschiedlichen Entwicklung in den einzelnen Ländern nicht einheitlich festlegen.
Die maßgebende Norm für die Epocheneinteilung ist die NEM 800 (Norm europäischer Modellbahnhersteller). Diese Norm beschreibt u.a. die Epochen- und Periodeneinteilung in Deutschland.
In dieser Norm werden die Epochen mit römischen Ziffern benannt.
Die Perioden werden durch kleine Buchstaben gekennzeichnet, die der Epochenbezeichnung hinzugefügt werden

Beispiel: "Epoche IV b".

Nun wie werden die Epochen unterteilt ?
Auf dieser Seite habe ich versucht eine Übersicht der Zeitepochen und Embleme historischer und aktueller europäischer Eisenbahngesellschaften darzustellen.
Die beschriebenen Piktogramme der Epochen finden ihr auch bei den Lok-und Wagenmodellen, so dass ihr euch vorbildgetreue Züge aus der jeweiligen Zeitepoche zusammenstellen könnt.
Hinzuweisen ist, dass sich auch, wie beim Orginal, die Merkmale verschiedener Epochen überschneiden können.




Die Epoche I

    Unter dieser Epoche wird der Zeitraum zwischen dem Jahr 1835 bis etwa dem Jahr 1920-25 eisenbahnhistorisch und eisenbahntechnisch beschrieben.
    Man nennt diese Epoche auch die "Länderbahn-Zeit"
    Die Epoche I ist von einer Vielfalt der Fahrzeugtypen, Farben und Beschriftungen geprägt.
    In dieser Zeit entstand ein zusammenhängendes Streckennetzes mit identischer Spurweite. Es wurden zahlreiche regionale Privatbahnen gegründet.Später wurden dies dann die ersten neun großen Staatseisenbahnen in Preußen, Bayern, Sachsen, Württemberg, Baden, Hessen, Mecklenburg, Brandenburg und in Elsass-Lothringen.
    Die Entwicklung der Dampflokomotive in ihrer Grundform fand hier statt. Es wurde die ökonomische Heißdampftechnik entwickelt. Die Waggons waren zunächst in vielen Farben und Bauformen vorhanden Der erste Triebwagen mit Vergasermotor kam zum Einsatz. Durch den ersten Weltkrieg wurde diese Entwicklung dann unterbrochen. Nach dem ersten Weltkrieg beginnt zunächst Preußen die Dampflokomotiven schwarz zu lackieren, Personenwagen werden einheitlich olivgrün angestrichen.
    Es fand die Gründung der "Mitropa" und des "Deutschen Staatsbahnenverbandes" statt, der den freizügigen Güterwagenaustausch ermöglicht.
    Mit der einheitlichen Einführung der Druckluftbremse geht diese Epoche zu Ende.
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Die Epoche II

    Unter dieser Epoche wird der Zeitraum zwischen dem Jahr 1925 bis etwa dem Jahr 1945 eisenbahnhistorisch und eisenbahntechnisch beschrieben.
    In Europa etablierten sich in dieser Zeitepoche die großen nationalen Staatsbahnen. Die Vielfalt der Fahrzeuge wurde durch Einheitsbauarten gestrafft.
    In Deutschland findet der Übergang der Länder-/Staatsbahnen in die Deutsche Reichbahn-Gesellschaft - DRG - statt. Ferner wird die Auflösung der vierten Wagenklasse und die Einführung der einheitlichen Hülsenpuffer.
    Es wurde der Einheitspersonenwagen geschaffen und die Lokomotiven erhielten eine Baureihenbezeichnung.
    Die Bahngesellschaften aus dem Saarland und Österreich wurden eingegliedert. Alle Triebfahrzeuge und Personenwagen erhielten den Reichsadler als Emblem. Die Personenwagen werden jetzt flaschengrün lackiert.
    Am Ende der Epoche steht der unselige zweite Weltkrieg mit seinen diversen Sonderfahrzeugen, wie:

    - Kriegsdampflokomotiven
    - Behelfswagen
    - Personenwagen
    - Kriegsgüterwagen
    - Geschützwagen
    - Lazarett-Wagen.

    Nach dem Krieg wurden die Reichsembleme entfernt, in der sowjetischen Besatzungszone wird der elektrische Zugbetrieb eingestellt.



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Die Epoche III

    Unter dieser Epoche wird der Zeitraum zwischen dem Jahr 1945 bis etwa dem Jahr 1970 eisenbahnhistorisch und eisenbahntechnisch beschrieben.
    Die fünfziger und sechziger Jahre des 20 Jahrhunderts waren vom Wiederaufbau und dem Wirtschaftswachstum in Deutschland geprägt. Es entsteht in dieser Zeitepoche, nach dem zweiten Weltkrieg, eine unabhängige Entwicklung von zwei Bahngesellschaften in den beiden deutschen Staaten:

    - die Gründung der "Deutschen Bundesbahn" [DB] in der Bundesrepublik Deutschland
    - die Beibehaltung der Bezeichnung "Reichsbahn" [DR] für die Bahngesellschaft der ehemaligen DDR.

    Bei der DB werden Neubaudampfloks entwickelt, die blauen Fern- (F-) Schnellzüge eingeführt und zum Ende der Epoche die dritte Wagenklasse abgeschafft.
    Alle Lokomotiven führen nun ein Dreilicht-Spitzensignal (ehemals nur zwei Leuchten). Der 26m-Schnellzugwagen wird erstmals gebaut. Es wird ein neuer Nummernplan (DB-Kennzeichnung) für Triebfahrzeuge und Wagen eingeführt. Es wird die Serienbeschaffung von Diesel- und Elektrolokomotiven eingeführt. Das Zeitalter der Dampflokomotiven geht endgültig zu Ende. Die noch fahrenden Dampfloks werden auf Ölfeuerung umgestellt.
    Es gibt eine neue Signalordnung. Die TEE- Züge werden eingeführt.

    Bei der DR erfolgt der Umbau der Dampfloks auf Kohlestaubfeuerung. Ferner erfolgt ein flächendeckender Einsatz von Doppelstockwagen, die Einführung eines eigenen Nummernsystems, der Neubau und Rekonstruktion von Dampflokomotiven, die Serienbeschaffung neuer Dieselloks (auch im sozialistischen Ausland: "Taiga-Trommel" genannt) und der Wiederaufbau des elektrischen Streckennetzes. Auch hier wird das Dreilicht-Spitzensignal und die neue Signal-Technik eingeführt.


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Die Epoche IV

    Unter dieser Epoche wird der Zeitraum zwischen dem Jahr 1970 bis etwa dem Jahr 1990 eisenbahnhistorisch und eisenbahntechnisch beschrieben.
    Den Beginn dieser Epoche markierte die europaweit einheitliche computergerechte UIC-Beschriftung aller Fahrzeuge. Dieser Prozess zog sich über mehrere Jahre hin, so dass vor allem bei den Wagen ein Nebeneinander von alten und neuen Beschriftungen zu sehen war.
    Bei der DB werden die Fahrzeuge wieder neu bezeichnet und erhalten die seitdem gültigen "Computernummem".
    Beispiele:
    - aus der E 03 wird die Baureihe 103
    - die Diesellok V 60 wird zur Baureihe 260.
    Diese Zeitepoche markiert aber auch den Abschluss der Umstellung auf Diesel- oder Elektroantrieb.
    Das neue Fahrkonzept der DB sieht beige/rot für den Personenverkehr und blau/beige für den Nahverkehr vor. Einführung der zunächst einklassigen InterCity-Verbindungen im Taktverkehr. Neue Tarfife werden für das Wochenende (Wochenendticket) eingeführt. Die Züge, "Rosa-Zeiten-Reisen" werden zum Synonym für den preiswerten Reisespass mit der DB.
    Bei der DR werden Dampflokomotiven nur noch vereinzelt auf Regelspur eingesetzt, ihre Haupteinsatzgebiet werden die vielen verbliebenen Schmalspurstrecken u.a. im Harz, in Sachsen und Thüringen und an der Ostsee.
    Ein neues Farbkonzept für die Personenwagen, rehbraun/beige/grün für den Nahverkehr und rehbraun/beige/orange für den Fernverkehr wird eingeführt.


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Die Epoche V

    Unter dieser Epoche wird der Zeitraum zwischen dem Jahr 1990 bis heute eisenbahnhistorisch und eisenbahntechnisch beschrieben.
    Es erfolgt mit der Wiedervereinigung die Zusammenlegung von DR und DB zur Deutschen Bahn AG unter gleichzeitiger Privatisierung.
    Einführung der ICE- Schnellverbindungen auf neuen Trassen, einheitliches Farbkonzept mit vier Kennfarben für den Wagenpark das sich nicht mehr an der Bauform, sondern am Einsatzbereich orientiert.
    Einheitliches Rot für die Lokomotiven, wobei das erste" Orientrot" schnell wieder verschwand, die Farbe war zu lichtempfindlich. Der neue Farbton" Verkehrsrot" wird zur Leitfarbe der gesamten DBAG.
    Einführung des Cargo-Güterverkehrs und die erste Züge mit Neigetechnik. Die Güterwagenkennzeichnung wird an internationale Vereinbarungen angepasst.
    Es wird derzeit diskutiert, ob die Gründung der DB-AG und ihrer zahlreichen Einzelunternehmen, verbunden mit der nächsten Umlackierung der Personenwagen in IC- Grau/Verkehrsrot nicht Rechtfertigung genug sei, wieder eine weitere Epoche einzuleiten.

    Es ist zu sehen, dass immer schneller Epoche auf Epoche folgt. Immer kleiner wird das Zeitfenster, in dem der Modellbahner "epochenrein" fahren kann.
    Wollen wir mal sehen wie es weitergeht und lassen wir uns dabei überraschen.

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