Anlagenbau - hier: Modellbahnunterlage und Topographie


Modellbahn - Anlagenbau

Titelbild

Inhaltsverzeichnis:

Einführung in das Thema

Modellbahnplatte

Die Erstellung der Topographie

Topographie mit Fertigprodukten


Einführung
    Das Thema Modellbau kann sicherlich hier nicht abschließend behandelt werden. Dennoch wollen wir euch hier in das Thema einführen, damit vor allem die Anfänger von euch über grundlegende Überlegungen im zum Modellbahnbau informiert werden. Den bereits versierten Modellbahner wollen wir ein paar Tipps zur Modellbahngestaltung geben, damit er seine Anlage vorbildgerechter ertüchtigen kann.
    Modellbahner, die schon lange ihr Hobby ausüben wissen, dass beim Bau einer Modellbahntopographie die sehr genau überlegt werden muss mit welchen Materialien man die Modellbahnanlage gestalten will. Die Entwicklung neuerer Materialien führt heute vielfach einfacher und schneller zum Erfolg. Demgegenüber haben Materialien die bereits seit Jahrzehnten zum Modellbahnbau genutzt werden weiterhin ihren Reiz und vor allem sind sie meist erheblich kostengünstiger.
    Wir werden im nachfolgenden Aufsatz versuchen sowohl die älteren als auch die neueren Modellbahnbaustoffe darzustellen. Ihr könnt dann besser entscheiden, welche Methoden ihr favorisiert bzw. für besser hält.


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Die Modellbahnplatte
    Die Plattenbauweise
    Die Frage welche Modellbahngrundplatte ich wähle, hängt natürlich von den handwerklichen Fähigkeiten des Modellbauers ab. Ein zweiter Punkt ist der Zeitaufwand.

    Wer auf die Schnelle seine Modellbahnanlage in Betrieb nehmen will, der wählt sicherlich eine Modellbahnplatte aus Pressholz oder ähnlichem Material aus, auf die er dann sein Modellbahndiorama aufbaut.

    Bei einer Plattenanlage sollte aber sehr darauf geachtet werden, dass sie ausreichend ausgesteift wird, damit sie sich nicht durchbiegt. Wer z.B. eine 1,5m bis 2,0 m Holzfaserplatte auf zwei Holzböcke stellt, hat ein Problem mit der Durchbiegung der Platte, wenn sie zu dünn oder nicht ausgesteift ist. Unbeabsichtigtes Aufstützen auf eine derartig gelagerte Platte führt in den meisten Fällen bei den Gleisverbindungen zu Problemen und auch die Gleise selbst können sich verbiegen. Es ist deshalb dringend anzuraten, sich unter die Modellbahnplatte ein verwindungssteifes Gestell zu stellen, auf das dann die Platte aufgeschraubt werden kann. Der Vorteil dieses Rahmens liegt auch darin, dass die Plattenstärke relativ gering ausfallen kann. Eine 1,0 cm dicke Platte reicht auch bei Längen bis 3,00 m aus.

    Aus Anfängerkreisen ist immer wieder das Argument zu hören, dass halt die Platte nur dicker gekauft werden muss um ein Durchdrücken bzw. eine Verwindung zu verhindern. Dies ist grundsätzlich richtig, bedenkt man aber die hierzu erforderliche Dicke von mind. 3 cm, um eine verwindungssteife Platte zu bekommen, dürfte der Preis einer Aussteifung sicher geringer ausfallen, als der Preis einer 3,0 cm dicken Modellbahnplatte. Unabhängig vom Preis, ist dann das Gewicht der Platte schon sehr hoch und der Transport der Platte beschwerlich. Deshalb halten wir die Aussteifung einer dünnen Modellbahnplatte für besser als eine dicke Modellbahnplatte. Im Übrigen sei nur darauf hingewiesen, dass Unterflurantriebe, bei so dicken Platten, erhebliche Problem bei der Montage bereiten.

    Modellbahnplatte      Modellbahnplatte      Modellbahnplatte      Modellbahnplatte mit Aussteifung
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    Vorteile und Nachteile einer Anlagenplanung auf einer Modellbahnplatte an:
      - Holzpressplatten sind kostengünstig im Baumarkt zu bekommen.
      - Die Modellbahnanlage kann jederzeit durch das Ansetzen einer weiteren Platte vergrößert werden.
      - Die Gleisverlegung ist, wenn keine größeren Geländeaufbauten vorgesehen sind, unkompliziert.
      - Die Aufbauzeit der Modellbahnanlage kann relativ kurz gestaltet werden.
      - Kleinere Platten können platzsparend - hochkant - in die Ecke gestellt werden.

    Die Nachteile dieser Bauart:
    - Das Modellbahndiorama kann nur eingeschränkt vorbildgerecht gestaltet werden.
    - Einschnittsböschungen sind praktisch nicht möglich.
    - Schattenbahnhöfe sind nur durch den Einbau von zwei übereinanderliegenden Platten möglich.
    - Die Zugänglichkeit zu bestimmten Anlagenbereichen - insbesondere bei größeren Anlagen - ist eingeschränkt


    Die Rahmenbauweise
    Sehen wir uns die zweite Alternative an und zwar die Modellbahnanalge in der Rahmenbauweise
    Das nachfolgende Bild zeigt eine Modellbahnplatte als Rahmengerüst in der Herstellungsphase. Wie aus den Bildern zu ersehen ist, kann mit einer derartigen Anlage das Optimum bei der Geländegestaltung herausholen. Allerdings ist der Herstellungsaufwand um ein Vielfaches größer, als bei der Plattenbauweise.
    Bei der Rahmenbauweise ist auf eine stabile und verwindungsfreie Rahmenkonstruktion zu achten. Insbesondere die Eckverbindungen müssen stabil verschraubt werden.
    Für Modellbahner die sich mit Schreinerarbeiten nicht so genau auskennen bzw. hier keine Zeit investieren wollen, gibt es auch vorgefertigte Rahmenbausätze. Diese Rahmenbausätze sind zum Einem passgenau und ermöglichen zum Anderen einen schnellen und sauberen Anlagenaufbau.

    Modellbahnplatte      Trägerrost für Modellbahnplatte      Rahmen
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    Wenn man selbst sein Modellbahngerüst bauen will, ist besondere Aufmerksamkeit und Sorgfalt auf das Grundgerüst der Anlage zu legen. Da das Grundgerüst (Rahmen) die "Stütze" der Anlage darstellt, muss der Unterbau eine hinreichende Stabilität und Verwindungssteifigkeit aufweisen. Eine simple Platte als Grundlage scheidet bei der Rahmenbauweise aus, da den aufzubringenden Landschaftsreliefs mitsamt den Abstützungen der Höhenentwicklungen das Gewicht die Platte verbiegen würde. Zudem wären sämtliche "Innereien" nach Fertigstellung der Dioramen nicht mehr erreichbar.

    Bei den Rahmenbauweisen oder auch "offenen Bauweisen" ist von den sonst vorteilhaften L-Trägern (Stahl) abzuraten, da deren Verwindungswiderstand - speziell bei Transporten - nicht ausreichend ist. Widerstandfähige L-Träger erhöhen aber wiederum das Gewicht der Anlage erheblich.

    Bewährt haben sich bei der Rahmenbauweise über Kreuz verzahnten Holzlatten und die schreinermäßige Verzinkung der Verbindungen. Zusätzliche diagonale Streben unter dem Leistenverband sichern die Verwindungssteifigkeit. Das Gewicht eines solchen Unterbaues ist relativ gering und gleichzeitig ist er verwindungssteif.

    Die Verwendung dicker Vierkanthölzer ist ebenfalls möglich. Aber hier ist das Gewicht des Rahmens groß. Diese Bauweise eignet sich nur, wenn die Modellbahnanlage nach dem Aufbau nicht mehr bewegt werden muss, oder man Räder unter die Stützpfosten setzt.

    Mit dem Bau des Anlagen-Grundgerüsts und der Erstellung einer rohen Landschaftsform hat man dann bereits den Einstieg in den Geländebau geschafft. Ein Hinweis sei hier allerdings gestattet. Bitte niemals so einfach darauf loswerkeln. Das wichtigste ist, sich zuerst mal einen Plan erstellen, was so alles auf und unter der Anlage sein soll. Danach den Gesamtplan erstellen und diese ein paar Tage liegen lassen. Danach nochmals ansehen. Ihr werdet merken, da werden dann noch viele Korrekturen vorgenommen. Wie so ein Grundgerüst mit einem Roh-Geländeaufbau aussehen kann ist dem nachfolgenden linken Bild zu entnehmen.

    Trägerrost mit Rohgelände     Trägerrost
    Rahmenanlagen -- Vergrößern -- Bild anklicken


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Der Geländebau (Topographie)
Um nicht missverstanden zu werden - Die Geländemodellierung wie sie in den 1950er bis 1980er Jahren des vergangenen Jahrhunderts durchgeführt wurde, ist nicht überholt. Im Gegenteil !!! Dennoch kam z.B. durch die Einführung des Montageschaum (wird vor allem im Baugewerbe verwendet) ein schnelles und variantenreiches Material für die Herstellung von Gebirgen und Anhöhen in den Modellbahnbau. Wir sehen uns nachfolgend die unterschiedlichen Möglichkeiten zur Herstellung einer vorbildgerechten Topographie an.

Geländebau mit Drahtgitter, Papier und Gips

Ausgangsmaterialien:

Gips:
Es kann natürlich Modellgips verwendet werden. Der ist aber sehr teuer. Bewährt hat sich aber auch Gipsputz, der in Baumärkten günstig gekauft werden kann. Reiner Gips ist ungeeignet, da er zur Rissebildung beim Trockenvorgang neigt. Gipsputz bindet langsamer aber als reiner Gips, den z.B. Elektriker bei der Kabelverlegung einsetzen. Durch die Zugabe von Gips, kann aber die Abbindezeit des Gipsputzes gesteuert werden. Je mehr dem Gipsputz reiner Gips zugesetzt wird, desto schneller bindet er ab. Aber auch die Risseanfälligkeit steigt

Drahtgitter oder Putzgitter
Kann günstig im Baumarkt oder in Gärtnereien gekauft werden. Die Maschenweite darf nicht zu groß sein. Man nennt dieses Gitter im Volksmund auch Fliegengitter. Alternativ kann auch Putzgitter eingesetzt werden. Dies besteht aus Kunststoff und hat eine kleinere Maschenweite. Ist aber teurer als Fliegengitter.

Zeitungspapier oder Verpackungspapier
Dies wird benötigt um die Topographie (Berge, Täler, Mulden, Böschungen etc.) herauszuarbeiten.

Tapetenkleister (auch im Baumarkt erhältlich)

Holzstückchen

Vorgehen
Das Fliegengitter oder das Putzgitter wird so modelliert, wie die künftige Topographie oder Gebirgstopographie aussehen soll. Das Gittergebilde muss nun mit Holzstückchen unterstützt werden, damit es bei der Weiterbehandlung seine Form. Das Gitter an die Holzstücken mit Heißkleber anhaften, damit es beim Auftrag des Gips seine Form behält.

Geländebau      Geländebau
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Der nächste Schritt ist nunmehr das Zeitungspapier auf einer glatten Unterlagen auszulegen und es gut mit Tapetenkleister zu bestreichen. Danach wird es über das Gittergewebe gelegt. Um Erhebungen oder sonstige Geländegestaltungselemente aufzubringen, kann das Zeitungspapier auch geknüllt werden, in Tapetenkleister gelegt und dann an die entsprechende Stelle aufgelegt werden. Das Ganze gut durchtrocknen lassen.

Nach dem Durchtrocknen wird der Gipsbrei aufgebracht werden.

Eine weitere Variante ist anstatt Zeitungspapier eine Raufasertapete zu verwenden. Mit Tapetenkleister wird die Rückseite der Tapete voll eingestrichen. Gut durchweichen lassen und dann auf das Drahtgerüst legen. Mit einem kräftigen Pinsel (z.B. Heizkörperpinsel) das Ganze verstreichen und leicht andrücken. Nach dem Austrocknen kann entweder eine zweite Tapetenlage aufgebracht werden oder man belässt es mit einer Lage. Um dann z.B. die Unterlage für eine Bergweide herzustellen genügt eine Schicht Spachtelmasse, die mit einem Pinsel geformt und verstrichen wird.
Die Abbindezeit für den Gipsbrei kann - wie oben bereits gesagt - variiert werden. Dennoch sollte das Aufbringen des Gipsbreies zügig vorangehen.
In einen Gummibecher oder sonstigen flexiblen Gefäß (kann auch ein größerer Plastikeisbecher sein) wird Wasser eingefüllt. Dann wird der Gips hinzu gegeben. Solange Gips zugeben bis eine schlagsahneähnliche Masse entstanden ist. Nach kurzem "Sumpfen" rührt man die Masse nochmals durch und bringt das Material mit einer Spachtel auf.
Nach dem Abbinden des Gipses ist er sehr gut nachbearbeitbar. Es können dann noch schöne Gelände und Felsstrukturen herausgearbeitet werden.


Geländeaufbau mit Drahtgitter und Pappmasche'

Ausgangsmaterialien:
Fliegengitter und Pappmasche' (aus Papierfasern, Wasser und Tapetenkleister)

Vorgehen:
Leichtes Fliegengitter oder auch Putzgitter von der Baustelle entsprechend der gewünschten Geländestruktur modellieren und auf die Modellbahnplatte tackern. Unterstützung der Geländestruktur mit Holzklötzchen.
Dann das Pappmache' aufbringen. Pappmaché hat den Vorteil, dass es wesentlich leichter ist als Gips. Insbesondere bei temporären Anlagen, also bei Anlagen die immer wieder abgebaut werden müssen, ist das Gewicht einer Anlage nicht zu vernachlässigen.
Der Pappmachébrei klumpt allerdings. Deshalb ist es wesentlich schwieriger hier eine glatte Geländestruktur zu erreichen. Für gebirgiges Gelände eignet sich Pappmache' aber hervorragend (wegen der Klumpenbildung). Auf ebenen Flächen wie Acker- und Wiesenflächen ist es nicht zu empfehlen.

Nach dem Trocknen (gut durchtrocknen lassen) geht es dann weiter mit der Farbgebung. Übrigens Pappmache' kann auch nach dem Durchtrocknen geschliffen werden. Auf Pappmache' können Abtönfarben und auch wasserlösliche Lackfarben aufgetragen werden.
Pappmaché aus Papierstreifen hat einen erheblichen Nachteil. Dieser Brei ist schwierig zu formen und - wie bereits gesagt - er klumpt. Nach unseren Erfahrungen mit Pappmachébrei ist dieser nicht klumpenfrei anzurühren (vielleicht sind wir auch zu ungeschickt). Die Geländemodellierung ist durch die Klumpenbildung schwierig. Ein Ersatz für Pappmache' kann:

kaschierte Pappmaché
aus Papierstreifen, Wasser und Tapetenkleister sein.
Die Herstellung ist einfach:
Tapetenkleister und Wasser mischen. Dann quellen lassen. Die Papierstreifen werden mit Tapetenkleister durchtränkt und auf das Fliegengitter aufgelegt. Dies erfolgt in mehreren Lagen von kreuz und quer gelegten Schichten. Durch Verdickungen (mehrfaches legen von Papierstreifen können auch Geländestrukturen herausgearbeitet werden. Das fertige Werk muss dann rd. 10 bis 14 Tage gut austrocknen. Dann ist das Gelände hart. Das Schöne an kaschierter Pappmaché ist, dass es weiter verarbeitbar ist. So kann z.B. das Gelände später ohne Probleme geändert oder weiter modelliert werden.
Eine weitere Variante ist die Verwendung von

Holzmache'.
Holzmache' besteht aus Holzmehl, Wasser und Tapetenkleister
Nun gibt es diese Mischungen auch in einschlägigen Modellbahnfachgeschäften fix und fertig zu kaufen - aber sündhaft teuer-. Eigentlich nichts für einen Modellbahner, der sein Geld ja lieber in Gleise, Loks und Wagen investiert.
Wir haben aber Herstellungstipps von Holzmasche' die wir euch nicht vorenthalten wollen.
Gebraucht wird Holzmehl, Wasser und Tapetenkleister. Das Mischungsverhältnis zwischen Holzmehl : Tapetenkleister ---> 5 : 0,5. Dann gut durchmischen und mit Wasser aufgießen bis eine streichbare Konsistenz entsteht. Die Konsistenz kann erst nach 20 bis 25 Minuten genau eingestellt werden, da der Tapetenkleister und das Holzmehl quillt und dem Brei Wasser entzieht. Eigentlich sollte dies genügen. Leider versprödet beim Trocknen die Masse und es gibt Risse. Deshalb ist es sinnvoll noch Schreinerleim dazu zu geben (Weißleim z.B. Ponal). Das Mischungsverhältnis sieht dann so aus:
Holzmehl : Tapetenkleister : Weißleim ---> 5 : 0,5 : 0,1-0,2.
Der Weißleim macht die Mischung zäher. Das Auftragen kann mit einer Kuchenschabe aus Plastik, mit einer elastischen Stahlspachtel, oder mit einem Pinsel erfolgen. Die aufgetragene Masse mehrere Tage gut durchtrocknen lassen. Nach dem Trocknen kann es dann mit der Farbgestaltung weitergehen.

Geländebau
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Varianten zu den obigen Geländebauarten
- Füllspachtel -
Anstatt des Gips kann auch sog. Füllspachtel verwendet werden. Füllspachtel ist allerdings wesentlich teurer als normaler Gips.
Der Vorteil:
Durch Zusatz von Wasserrückhaltemitteln und Abbinderegulatoren (z.B. Methylcellulose) zum Gips kann die Abbindezeit dieser Spachtelmasse deutlich verlängert werden. Die Verarbeitung erfolgt dann analog dem Gips. Allerdings steht man hier nicht mehr unter Zeitdruck. Die Zusätze verändern jedoch auch die Eigenschaften des ausgehärteten Materials. So ist Füllspachtel nicht so gut spanabhebend zu bearbeiten und die Porenstruktur ist weniger stark ausgeprägt, so dass eine lasierende Einfärbung nur sehr eingeschränkt möglich ist. Auf der Modellbahn lässt es sich vielfältig zur Modellierung der Geländehaut einsetzen. Als Untergrund ist besonders die Kombination aus Gipsbinden und Fliegengitter geeignet. Füllspachtel kann mit handelsüblichen Abtönfarben eingefärbt werden. Da die Abbindezeit relativ lang ist, kann man auch größere Flächen wie aus einem Guß modellieren. Für Partien, die anschließend weiter bearbeitet werden sollen, ist allerdings Modellgips die bessere Variante.

- Gipsmastix -
Der Begriff besteht aus Gips und Mastix. Es handelt sich hier um ein Gemisch aus Gips und Papierfasern (Papierfetzen) oder Plastikstreifen oder Holzwolle. Die beiden Bestandteile Gips und die Mastixfasern werden zusammen gemischt und bilden dann eine sehr ziehbare Masse, die auch größere Öffnungen überbrücken kann. Gipsmastix kann direkt auf dem Fliegengitter aufgebracht werden. Man spart somit das Papier. Um die Abbindezeit des Gips zu verlängern, kann Tapetenkleister zugemischt werden, aber bitte nicht zuviel. Anstatt Gips kann auch Gipsputz verwendet werden. Der Feinputz beinhaltet bereits Tapetenkleister, deshalb können die Verputzer diesen Gipsputz ohne Zeitnot verarbeiten und er bindet auch ohne Risse ab. Er ist aber in kleinen Gebinden nicht billig. Bei großen Gebinden (40 kg) hat man zuviel Gips übrig. Aber vielleicht gibt es Ausbesserungsarbeiten im Haus, dann kann der Rest dazu verwendet werden.

- Gipsbinden -
Anstatt des Papiers können auch Gipsbinden auf das Drahtgitter aufgebracht werden. Billige Gipsbinden gibt es in Apotheken oder im Versandhandel.



Geländebau mit modernen Materialien
Unter modernem Geländebau wird vor allem die Verarbeitung von neuen, in der Vergangenheit unbekannten Material und Verfahren verstanden. Dies bedeutet aber nicht, dass die "alten Verfahren" nicht gleichwertig sind.
Moderner Geländebau ist nur dann interessant, wenn der Bauerfolg schneller und sicherer garantiert werden soll, als mit herkömmlichen Verfahren. Das nachfolgend dargestellte Geländemodellierungsverfahren ist nicht als abschließend zu sehen. Es gibt sicherlich noch viele andere moderne Geländebauverfahren, die hier nicht angesprochen werden.

Geländebau mit Geländebaumörtel und Styroporelementen
Mit dem moderneren Material Styropor und Geländebau-Mörtel ist es möglich sehr schnell Dioramen herzustellen. Wir haben vor kurzem unser Büro neu gestaltet und die alte Sitzgarnitur entsorgt. Bei der Entsorgung der alten Sitzgarnitur stellten wir fest, dass diese auf einem Styroporkern aufgebaut war. Eigentlich zu schade um einen derartigen Styroporblock wegzuwerfen, dachten wir. Uns kam dann die Idee, diesen Styroporblock mit dem Messer so zu formen, dass eine schöne Gebirgswelt entsteht. Mit dem Geländebaumörtel wurden dann die Feinheiten herauskristallisiert. Der Geländebaumörtel ist für Styropor besser geeignet, da er aus einer Zellulose-Spachtelmasse und einem Kunststoffzusatz besteht, haftet er besser am Styropor als Gips. Ferner kann auch eine feinere Modellierung vorgenommen werden. Der Geländebau-Mörtel bleibt nach dem Anrühren ca. 30 Minuten verarbeitungsfähig. Weitere positive Eigenschaften:
- schrumpft nicht,
- verzieht sich nicht,
- haftet auf allen Untergrundmaterialien
- kann nach dem Trocknen wie Holz bearbeitet werden.

Geländebaumörtel      Styrodur
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Geländebau mit Hartschaumplatten
Mit dem modernen Material "Hartschaum" ist eine relativ einfache und dennoch ansprechende Topographiegestaltung auf der Modellbahn möglich. Hartschaummaterial ist in jedem Baumarkt zu einem günstigen Preis zu bekommen. Bisweilen haben manche Baumärkte größere Dicken von Hartschaumplatten nicht in ihrem Sortiment. Da behilft sich der Modellbahner damit, mehrere Hartschaumplatten übereinander zu kleben. Damit wird dann auch die gewünschte Dicke der Platte erreicht. Berge müssen sowieso mit mehren Platten aufeinander geklebten Platten gebaut werden. Zum Verkleben von Styrodur sind alle lösungsmittelhaltigen Klebstoffe ungeeignet, da sie die Materialoberfläche angreifen und dadurch eine maßhaltige Verbindung nicht möglich ist. In den Baumärkten gibt es lösungsmittelfreie Spezialkleber. Es geht aber auch mit Weißleim, besser bekannt als Schreinerleim. Die Verbindung des Werkstoffs mit saugenden Untergründen wie Holz, Pappe, Putz oder Beton funktioniert auch mit Weißlein und ebenfalls mit den speziellen Styroporklebern.

Aufgrund der Härte des Materials können aus Styrodur sogar Planken herausgeschnitten werden und damit größere Hänge oder Bergrücken geformt werden. Das Ausschneiden der Planken erfolgt am besten mit der Stichsäge. Auch Ausschnitte für den Schattenbahnhof sind möglich. Der Aufbau erfolgt wie bei der Verwendung von Holz und führt zu einem gitterartigen Gerüst, das dann mit einer "Geländehaut" überzogen werden muss.

Der Überzug eines Styrodurgerüst sollte mit einem Vliesbaustoff erfolgen. Den gibt es auch günstig im Baumarkt. Es können aber auch Gipsbinden verwendet werden. Der bessere Weg sind aber Vliesbaustoffe. Diese werden dann mit Spachtelmasse überstrichen und entsprechend moduliert.

Wie geht man nun im Detail vor:
Zuerst wird die Grundstruktur eines Gebirges oder eines Landschaftsteile mit Styrodurplanken hergestellt. Die einzelnen Planken werden miteinander verklebt. So entsteht ein Gerüst. Dieses wird mit Vliesstoff überspannt. Die Befestigung des Vlies an die Styrodurplanken erfolgt z.B. mit Weißleim. Damit es kein Verrutschen vor dem Abbinden des Klebers gibt, sollte das Vlies bzw. die Vliesteile mit Stecknadeln (gibt es aus Muttis-Nähkiste) an den Planken angeheftet werden. Dann muss das Ganze abbinden, bevor weitergearbeitet werden kann. Falls die Überspannung des Vliesstoffes zwischen den einzelnen Planken zu groß ist kann als Versteifung ein Gittergewebe untergelegt werden.
Als nächstes - nach dem Abbinden des Klebstoffes ist dann die Spachtelmasse oder eine Gipsmasse auf das Vlies aufzubringen. Um bereits eine farbliche Grundstruktur aufzubringen, kann die Masse bereits mit einer Farbgebung versehen werden. Im Baumarkt gibt es für Dispersionsfarben entsprechende Farben. Diese Farben eignen sich hervorragend zum Zumischen.
Zum Auftragen, Verteilen und Ausformen des Geländes mit der Spachtelmasse haben sich kurze und schmale Spachtel bewährt. Zu grob wirkende Oberflächenstrukturen lassen sich nach Aufsprühen von Wasser problemlos glatt ziehen. Auch mit einen Pinsel können Strukturen in die Spachtelmasse eingearbeitet werden, wenn diese im Abbindeprozess ist.
Nach dem Abbinden der Spachtelmasse kann das Gelände dann weiter bearbeitet werden - z.B. mit der Aufbringung von Gräsern, Bäumen, Felsstrukturen etc.
Neben den Styrodurplatten oder Hartschaumplatten kann auch Styropor verwendet werden. Allerdings ist dieses Material wegen seiner Porenstruktur sehr weich und lässt sich nicht so gut bearbeiten wie Styrodur.

Hartschaumplatten      Hartschaumplatten - bearbeiten      Weggestaltung
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Als Beispiel wollen wir uns eine Hartschaumplatte vornehmen um einen Wirstchaftsweg bzw Feldweg zu gestalten. Wie aus den obigen Bildern zu ersehen ist, wird zuerst mit einem Messer, besser mit einem kleinen Fräser die künftige Topographie und Trasse des Weges aus der Platte herausgefräst.

Hartschaumplatten      Hartschaumplatten - bearbeiten
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Aber nicht nur Wege können so gestaltet werden. Auch Brücken und Tunnel und Bachläufe können sogestaltet. Darüber gibt es aber eigene Kapitel.




Geländebau mit Holzplatten
Der Geländebau mit dünnen Sperrholzplatten ist etwas für den Profi. Um die Topographie dazustellen werden Sperrholzplatten in einem Höhenschichtenmodell verarbeitet. Dazu ist aber im Vorfeld bereits eine detaillierte Zeichnung über die Höhenschichtlinienverläufe anzufertigen. Nach dieser Konstruktionszeichnung werden dann die jeweiligen Schichtenplatten ausgesägt und verleimt. Um derartige Topographien zu fertigen, sind Kenntnisse in der Herstellung von Höhenschichtmodellen erforderlich. Wir haben aber dennoch diese Herstellungsmethode mit aufgenommen, da mit Höhenschichtmodellen natürlich exakte Landschaftskopien angefertigt werden können. Wer also eine Übertragung einer realen Landschaftsteile auf die Modellbahn will, kommt ohne ein Schichtenmodell nicht weiter.

Schichtenmodell      Schichtenmodell
Zum Vergrößern - Bild anklicken


Die Geländestruktur kann dann z.B. mit Papier oder noch besser mit einem dünnen Vliesstoff (gibt es im Baumarkt) überzogen werden.

Schichtenmodell
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Topographie mit Fertigprodukten
Es gibt mittlerweile eine Vielzahl von Fertigteilen für den Modellbahnbau (Dioramenteile). Mit diesen Fertigelementen ist es innerhalb kürzester Zeit möglich, eine Modellbahnanlage herzustellen. Dies hat zwar seinen Preis, aber für Leute die in Zeitnot sind und schnell eine Anlage auf die "Beine" stellen wollen, ist dies durchaus eine Alternative. Nachfolgend werden einige Fertigprodukte dargestellt.

Industriell hergestellte Dioramen
Hersteller: Busch

Bergdioramen      Bergdioramen
Fertig-Dioramen von Busch -- Vergrößern -- Bild anklicken



Fertig - Modellbahnplatten
Wir haben hier euch ein paar Fertigmodellbahnplatten von verschiedenen Herstellern zusammen gestellt. Wie zu ersehen ist, sind die Modellbahnplatten recht gut geeignet, wenn der Familienvater keine Zeit hat und seinem Kind aber eine Modellbahnanlage nicht vorenthalten will. Für passionierte Modellbahner dürften sie allerdings nicht so geeignet sein.

Fertigplatten von Busch
Bergdioramen     Bergdioramen
Fertigteilplatten von Busch - Vergrößern -- Bild anklicken


Fertigplatten von Kibri
Kibri-Fertigplatten      Kibri-Fertigplatten      Kibri-Fertigplatten
Fertigteilplatten von Kibri -- Vergrößern -- Bild anklicken


Fertigplatten von Noch
Noch-Fertigplatten      Noch-Fertigplatten      Noch-Fertigplatten
Fertigteilplatten von Noch -- Vergrößern Bild anklicken


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Hinweis:
Wir haben unter der Rubrik "Modellbahninfos --> Hilfsmittel " weitere Unterlagen für den Modellbahnbau zusammengestellt.




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