Anlagenbau - hier: Gebirge, Fels und Tunnelbau
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Modellbahn - Anlagenbau

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Inhaltsverzeichnis:

- Gebirge und Felsen

- Tunnelbau



Gebirge und Felsen

Bilder zur Einstimmung in das Thema

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    Nun haben wir bereits die Topographie auf die Modellbahnanlage gebracht. Allerdings ist sie noch im Rohzustand. Was wäre nun eine Modellbahnanlage ohne realistische Gebrigs-oder Felsstrukturen. Sicherlich wenig eindrucksvoll. Die Frage ist aber nun, wie bringe ich Fels- bzw Gebirgsstrukturen auf meine Modellbahnanlage? Selbstverständlich können bereits Felsstrukturen im Rohzustand aufgebracht werden. Dennoch müssen z.B. Felserhebungen und besondere Felsstrukturen gesondert gestaltet werden. Die erste Frage lautet deshalb, wie stellen wir Felsgestein oder Gesteinsbrocken her.

    Foto Gebirge     Foto Gebirge     Foto Gebirge     Foto Gebirge
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    Gesteine und Felsen mit Silikonformen

    Bevor eine Felswand hergestellt wird, sollten die entsprechenden Felsstücke bereits vorgefertigt sein.

    Zur Herstellung von Felsen und Gesteinsbrocken können entsprechende (Silikon)Formen im Handel gekauft werden. Sie sind nicht teuer und können immer wieder verwendet werden. Zum Ausgießen der Formen kann üblicher Baugips (Baumarkt) verwendet werden. Die Silikonformen werden in Spülmittelwasser getaucht und dann mit angerührtem Gips gefüllt (Gips als flüssigen Brei anrühren). Um die Blasenbildung zu vermeiden, wird der Gipsbrei mit einem Holzstab gerührt und dann die Form mit dem Gips gerüttelt. Dann den Gips abbinden lassen. Vor der Weiterverarbeitung sollten die Felsabgüsse trocken sein.

    Auf die Rückseite der einzelnen so entstandenen Gipsfelsen wird dann Gips aufgetragen und der Felsen auf den vorgesehenen Untergrund gedrückt. Stück für Stück wird so die Wand zusammengesetzt. Die zwischen den einzelnen Felsteilen heraustretende Spachtelmasse wird mit einem Pinsel verstrichen und dem Gesamtbild in Einklang gebracht. Nicht passende Zwischenräume können nachträglich mit kleinen Bruchstücken „verschönt“ werden, bis sich ein geschlossenes ´Felsbild ergibt und die einzelnen Felsstücke nicht mehr als solche erkennbar sind.


    Gesteinsherstellung mit Silikonformen

    Um aber Felsbrocken (dreidimensional) herzustellen, eignen sich aber diese Silikonformen nicht. Hier geben wir folgenden Vorschlag für die Herstellung.

    Jeder besitzt in seinem Haushalt leere Joghurtbecher. Diese werden in der Längsrichtung geteilt. Dadurch entsteht eine Halbschale. Die offene Seite der Halbschale wird mit einem breitem Klebeband oder Kreppband verklebt. Dadurch entsteht ein Behälter. In diesen Behälter füllt man den Gipsbrei (Baugips). Nach dem Erhärten, niimmt man diesen Gips-Halbzylinder aus der Schale heraus. Mit einem Kleinfräser können nun Strukturen in diesen Gipshalbzylinder eingefräst werden. So können nun beliebige Felsstücke gefräst werden. Da beim Fräsen Staub entsteht, sollten diese Arbeiten nicht im Haus durchgeführt werden. Ferner muss eine Schutzbrille getragen werden. Der so entstandene Rohfels kann dann mit einer entsprechenden Farbgebung versehen werden.

    Es können natürlich auch noch andere Formen verwendet werden, die im Haushalt vorhanden sind. So sind auch Käsebecher oder auch Hartkunststoffverpackungen gut für die Felsherstellung geeignet.

    Herstellung von Felsen     Herstellung von Felsen     Herstellung von Felsen
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    Der letzte Schritt ist dann die Farbgebung. Hier sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Eine Einfärbung der Spachtelmasse mit wenig Abtönfarbe ist möglich, aber man sollte außerhalb der Anlage das Aushärten überprüfen. Hier kann es schon einmal Probleme geben. Der schönste optische Effekt wird aber mit stark verdünnten Farben auf Wasserbasis erzielt.
    Eine Grundierung der gesamten Felsfläche mit einem dunklen Grau als Lasurfarbe sollte allerdings immer erfolgen. Die Farbe sammelt sich in den tieferen Stellen und macht die Felswand plastischer.


    Die Bergwand mit Montageschaum
    Die Herstellung von Felsstrukturen mit Montageschaum ist mittlerweile für viele Modellbahner eine Standardlösung. Montageschaum ist in jedem Baumarkt zu bekommen. Die Eigenart von Montageschaum ist, dass der nach dem Aufsprühen auf eine Fläche sein Volumen um ein Vielfaches vergrößert. Deshalb wird Montageschaum auch im Bauhandwerk zu Verfüllen von Durchbrüchen und zum Einbau von Fenster und Türen verwendet. Der Nachteil ist, dass es eine gewisse Zeit benötigt bis der Schaum seine größte Volumenausdehnung erreicht hat.

    Der Vorteil liegt aber klar auf der Hand. Mit Montageschaum können sehr schnell große Höhen erreicht werden, da das Material sich nach dem Auftragen sehr stark ausdehnt. Ferner kann nach der Erhärtung des Materials es sehr gut mit Kleinfräser und Messer bearbeitet werden. Wichtig bevor das Material bearbeitet wird ist die Austrocknung. Mindest ein Tag sollte gewartet werden bis der Montageschaum weiter bearbeitet wird. Im weiteren Verlauf ist dann aber noch viel Arbeit erforderlich die Gebirgsstruktur aus dem Schaum herauszuarbeiten. Dies kann mit Messer oder Kleinfräsmaschinen erfolgen. Danach ist eine Gipsausgleichsmasse aufzubringen, da der Montageschaum sehr offenporig ist und nicht direkt mit Farbe bemalt werden kann. Der Vorteil ist allerdings dass bei Verwendung dieses Materials keine Stützkonstruktionen erforderlich werden.

    Herstellung von Felsen     Felsbau mit Montageschaum     Felsbau mit Montageschaum
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    Der Fels mit Korkfelsen
    Diese Variante ist sicherlich die einfachste, aber auch nicht gerade die Billigste. Im Modellfachhandel gibt es sog. Korkfelsen. Das Material ist aus Kork und so gestaltet, dass es Felsstücken sehr ähnlich sieht. Wie das nachstehenden Bild zeigt, kann mit diesen Korkfelsen eine schnelle und akzeptable von Gebirgs- und Felsstrukturen erreicht werden.

    Korkfelsen      Korkfelsen
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    Der Bau von Gebirgsmassiven mit Gips
    Eine weitere Variante ist die Herstellung von Felsbänken mit Hilfe von Gips. Diese Art der Felsgestaltung ist für Modellbahnanlagen die beste und auch kostengünstigste Lösung, da Gebirgszüge bzw Felspartien homogener und realistischer gestaltet werden können als mit Korkfelsen. Der Aufwand ist allerdings wesentlich größer.

    Das Material "Gips" ist die ideale Modelliermasse für den Modellbahner. Gips ist billig zu beschaffen (in jedem Baumarkt als Baugips) einfach herstellbar und unkompliziert in der Bearbeitung. Dazu kommt noch die Möglichkeit der Formtechnik. Über die Formherstellung wurde bereits berichtet.
    Die sog. Verarbeitungsplastizität des Gips kann auf die jeweilige Aufgabe abgestellt werden. Dabei sollte mit einer steiferen Plastizität begonnen werden und nach Bedarf, durch weiteres Zugeben von Wasser, die Gipsmischung in Richtung "weichere" Zustandsform geführt werden. Als Anhaltspunkt für das Mischungsverhältnis Gips/Wasser kann 1,5 / 1 angegeben werden. Also 1,5 Teile Gips zu 1 Liter Wasser. Feinkörnige Gipssorten sind zu empfehlen. Durch Bewehrungseinlagen aus Glasfaser, Stoff oder Kunststoffgitter können zudem belastbare Strukturen geschaffen werden.

    Wichtig bei der Verarbeitung von Gips ist auch, dass die schnelle Härtungszeit einkalkuliert wird. Also alles vorbereiten, bevor mit den Gipsarbeiten begonnen wird.

    Felsmassiv aus Gips      Felsmassiv aus Gips      Felsmassiv aus Gips      Felsmassiv aus Gips
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    Mit dem Aufbringen und Modellieren der Gipsmasse ist die Arbeit noch nicht beendet. Nun beginnt die eigentliche Feinarbeit, in der dann Felsspalten, Felsstrukturen in die erhärtete Gipsmasse eingearbeitet werden. Da Gips ein relativ "weiches" Material darstellt, ist es leicht zu gravieren, zu ritzen, zu sägen und zu fräsen. Mit einer Drahtbürste können auch z.B. Gletscherspuren (Schleifspuren) auf das Gestein gebracht werden.

    Ein weiterer Bearbeitungsschritt ist dann die Farbgebung. Als Farben sind Wasserfarben und Beizfarben bestens geeignet. Nicht so geeignet sind Acrylfarben und Farben auf Kunstharzbasis, da sie im Gegensatz zu Wasserfarben und Beizen nicht tief in den Gips eindringen.

    Damit der Gips nicht "abweißt" sind die gestalteten und bemalten Flächen mit einem mattierten und stark verdünnten Klarlack auf Acrylbasis (kann mit Wasser verdünnt werden) entsprechend zu bestreichen. Es kann aber auch Betonversiegelungs- oder Bodengrundierungsflüssigkeit (in jedem Baumarkt erhältlich) verwendet werden.


    Der Fels- und Gebirgsbau mit Pappmaschee oder Holzmaschee
    Der Fels-und Gebirgsbau mit Pappmaschee ist eine sehr alte Herstellungsmethode. Pappmaschee ist einfach zu erzeugen. Man benötigt Papier (z.B. Zeitungspapier) und Papierleim - es kann auch Tapetenkleister sein. Das Papier wird "Verschnitzelt" und in den Leim gegeben und durchmischt. Es wird soviel Papier benötigt bis die Masse verarbeitbar ist. Anstatt Pappmaschee kann auch Holzmaschee verwendet werden. Bei Holzmaschee werden anstatt Papier Holzschnittel verwendet. Billiger ist allerdings Pappmachee. Wenn Pappmaschee getrocknet ist kann es wie Weichholz weiterbearbeitet werden. Die Farbgebung kann dann analog wie bei Gips erfolgen.

    Pappmaschee
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    Der Bau mit Gebirgssteinen
    Eine weitere - teure - Variante für die Gestaltung von Felsmassiven ist die mit sog. Gebirgssteinen, die es von verschiedenen Herstellern, wie Noch, Vollmer etc gibt. Die Gebirgssteine können zu Felsmassiven zusammengeklebt werden. Sie bestehen aus Hartschaum. Die Felsenstruktur ist dem Alpenmassiv nachempfunden. Die Verarbeitung dieser Hartschaumprodukte ist einfach. Benötigt wird ein Messer (besser ein Bastelmesser) oder eine Feinsäge. Mit diesen Werkzeugen werden die Elemente entsprechend zugeschnitten. Mittels einem Föhn lassen sich die Gebirgssteine auch verformen. Befestigt bzw miteinander verbunden werden die einzelnen Felsen mit einem Schmelzkleber (Plastikkleber) oder mit Gips.

    Gebirgsteine     Felsen aus geschäumten Material     Felsen aus geschäumten Material
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    Der Bau mit Abgussformen
    Felsen lassen sich auch einfach und kostengünstig mit Felsabgussformen herstellen. Diese Formen bestehen aus Kautschuk oder Silikon und sind im einschlägigen Modellfachhandel oder im Internet zu finden. Der Preis für eine Form bewegt sich um die 10 Euro. Der Vorteil dieser Methode ist, dass die Form nur einmal beschafft werden muss und man dann mit dieser Form viele Felseinzelteile anfertigen kann.

    Abgussformen
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    Die Herstellung ist denkbar einfach. Die Form stellt ein sog. Negativbild dar. In die Form wird nun Gips eingefüllt. Nach dem Erstarren des Gipses kann dann der Abdruck herausgenommen werden und ist bereit zur weiteren Verarbeitung auf der Modellbahnanlage. Danach kann ein weiterer Abdruck gefertigt werden.


    Fertigmodelle aus Plastik
    Modellbahner die keine Zeit in den Modellbau investieren wollen, den bleibt nur noch der Griff zu den Fertigmodellen, die von faller, Kibri, Noch etc. angeboten werden. Diese Fertigmodelle sind nicht unansehnlich, aber sie kommen nicht an die Realitätsnähe von selbst gebastelten Landschaftsmodellen heran.

    Dennoch sind sie nicht uninteressant. Auch an Fertigmodellen, die in der Regel aus Plastik hergestellt sind, kann noch Hand angelegt werden. Durch eine handwerliche "Aufhübschung" dieser Modelle kann durchaus noch ein interessantes Modell gestaltet werden .

    Ferigmodelle
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    Die Herstellung ist denkbar einfach. Die Form stellt ein sog. Negativbild dar. In die Form wird nun Gips eingefüllt. Nach dem Erstarren des Gipses kann dann der Abdruck herausgenommen werden und ist bereit zur weiteren Verarbeitung auf der Modellbahnanlage. Danach kann ein weiterer Abdruck gefertigt werden.

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Der Tunnelbau
    Der Tunnelbau auf der Modellbahnanlage steht im direkten Zusammenhang mit dem Geländebau. Wenn auf der Modellbahnlage Gebirge und Höhenrücken gestaltet werden, wird natürlich ein Tunnel unentbehrlich. Wir wollen uns, da über die Herstellung von Gelände- und Gebirgstopographien bereits gesprochen wurde, hier auch verstärkt auf die Tunneleingangsbereiche konzentrieren. Diese Details müssen gesondert gefertigt werden.


    Tunnelbau mit Gips
    Für die eigene Herstellung von Tunneleingangsbereiche eignet sich besonders der Baustoff Gips in Zusammenhang mit Silikonformen bzw Kautschukformen. Es können aber auch selbst gefertigte Felsgesteine verwendet werden. Desweiteren ist es zweckmäßig für das eigentliche Eingangsportal ein Fertigteilelement zu verwenden, da die Eigenherstellung zu aufwendig ist.

    Da zum Tunneleingangsportal natürlich auch die Einbindung in das Gebirgsmassiv gehört, kommen hier wieder eigen hergestellte Felsgesteine zur Anwendung. Der Kauf einer Silikonform für die Herstellung der Felsgesteine kann hier auch sinnvoll sein.

    Tunnelbau-Gipsguss      Tunnelbau      Silikonformen für Tunnelbau      fertige Tunnelprofile
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    Wie den obigen Bilder entnommen werden kann, wurden die Tunneleingangsbereiche mit einem Fertigteilprofil erstellt. Die nachfolgenden Bilder zeigen Tunnelbereiche aus Eigenproduktionen.

         Tunnelportale      Tunnelportale
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    Tunnelbau mit Styropor
    Will man Einzeltunnel erstellen oder in Gebirgsmassive Tunnel einbauen, so ist Styropor sicherlich ein guter Baustoff. Styropormaterial lässt sich leicht schneidend und raspelnd bearbeiten. Deshalb ist es für den Bau von Tunnel und Tunnelprotale sehr gut geeignet. Am besten man arbeitet mit Styroporblöcken und fräst dann die entsprechenden Konturen und Öffnungen in das Styropor. Nachfolgend wird ein Tunnel dargestellt, dass aus einem Styroporblock gefräst wurde und das Tunnelprotal mit billigem Steinkarton ausgestattet wurde. Dieses Tunnel ist kein gutes Beispiel für ein gelungenes Tunnelprotal. Durch den Einbau eines besseren Portals kann dem abgeholfen werden. Interessant ist aber, dass aus einem Styroporblock auch kleinere Tunnel und auch Einzeltunnel ansehnlich gefertigt werden können.


    Der Ferigtunnel
    Es gibt natürlich im Handel auch bereits fertige Tunnels zu kaufen. Die nachfolgenden Bilder zeigen aber, dass diese Gebilde für einen ambitionierten Modellbahner sicherlich nicht akzeptabel sind und darüber hinaus noch sehr viel Geld kosten.

    Tunnel
    Hersteller: Busch
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