Anlagenbau -- hier: Gestaltungselemente auf der Modellbahn - Stellwerke, Kabelkanäle, Stellwerkgebäude


Modellbahn - Anlagenbau
-- Stellwerke, Stelkwerkgebäude und Kabelkanäle --


Stellwerktitelbild


Inhaltsverzeichnis:

- Stellwerke

- Stellwerkgebäude

- Kabelkanäle








Stellwerke
    Die Anfänge der Stellwerkstechnik sind ist in England zu finden. Die Erfindung bzw Einführung der Stellwerktechnik hatte wirtschaftliche Gründe. Vor den Stellwerken waren Personen im Einsatz die als sog. Weichensteller fungierten. Sie hatten die Aufgabe jede Weiche vor Ort für einen Zug zu stellen. Zu dieser Zeit gab es auch keine Weichenstraßen, sodass die Weichensteller exakt auf die korrekte Stellung der Weichen zu achten hatten, um ein Entgleisen des Zuges zu verhindern. Es ist leicht zu erklären, dass diese Art der Weichenstellung mit sehr hohen verkehrssicherheitstechnischen Risiken behaftet war. Ein Fehler eines Weichenstellers genügte, um einen Unfall zu verursachen.

    Mit Einführung der Signale musste eine Lösung gefunden werden um die Weichen auf die Signale zu synchronisieren. Dazu war es erforderlich alle Weichen über eine Zentrale zu koordinieren.

    Am dem Jahre 1850 wurden die ersten funktionierenden Stellwerkapparate zum Einsatz. In Deutschland wurde das erste Stellwerk im Jahre 1867 in Stettin aufgebaut.

    Ab dem Jahre 1870 begannen die Länderbahngesellschaften sog. Blockstrecken zu erstellen. Die Züge durften dann nur noch im Abstand der Betriebsstellen folgen und es musste darauf geachtet werden, dass der vordere Zug tatsächlich an der nächsten Betriebsstelle vorbeigefahren war. Die Rückmeldung erfolgte entweder Telegraphisch, über Läutewerke oder über das Telefon). Eine sichere Lösung wurde dann erst mit der Einführung des elektrischen Streckenblocks gefunden.

    mechanische Weichen      mechanische Weichen
    mechanische Weichen
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    Das mechanische Stellwerk

    Bei den verschiedenen Stellwerken die in der Vergangenheit im Betrieb waren, handelte es sich ausnahmslos um mechanische Stellwerke. Das mechanische Stellwerk benutzt Weichenhebel, Fahrstraßenhebel, Signalhebel bzw Signalkurbeln. Wie ein mechanisches Stellwerk aussah kann dem nachfolgenden Links entnommen werden:

    mechanisches Stellwerk 1
    mechanisches Stellwerk 2
    mechanisches Stellwerk 3
    mechanisches Stellwerk 4

    Die nachfolgender Bilder zeigen die Stellwerkmechanik zu den Weichen und Formsignalen. Wie den Bildern zu entnehmen ist, wurden die Stellvorgänge vom Stellwerkgebäude über Stahldrähte an die Weichen bzw. Signale geleitet. Durch das Umlegen der entsprechenden Hebel im Stellwerkraum, konnten dann die Weichen und Signale entsprechend bedient werden.

    Stellwerkmechanik      Stellwerkmechanik      Stellwerkmechanik      Stellwerkmechanik      Stellwerkmechanik      Stellwerkmechanik
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    Das Schalterwerk

    Die nächste Entwicklung war dann die Entwicklung des "Schalterwerk". Das Schalterwerk beinhaltete bereits elektrischen Teile. Bei einem Schalterstellwerk werden die Signale und Weichen mit Schaltern bedient. Damit wurden hier bereits elektrische Signale für die Bedienung der Weichen und Signale verwendet.

    Gegenüber dem mechanischen Stellwerk konnten bereits umfangreichere Anlagen an einem Ort bedient werden, da die elektrischen Impulse über grössere Distanzen gesendet werden konnten. Über Rückmeldekontakte konnten die Weichenstellung im Stellwerk erkannt werden. In Deutschland wurde allerdings kein Schalterwerk installiert. Zu finden waren diese Schalterwerke vor allem in der Schweiz. Wie ein Schalterwerk aussah kann dem nachfolgenden Links entnommen werden:

    Schalterstellwerk 1
    Schalterstellwerk 2



    Das elektromechanische Stellwerk

    Die nächste Entwicklung war dann das elektromechanischen Stellwerk. Diese Stellwerktechnik favorisierte den Bau von sog. Gleisbildstellwerke. Neben der Vereinfachung der Bedienung konnte dadurch auch die Sicherheit erhöht werden, da das Bedienpersonal den genauen Schaltplan der Strecke vor sich abgebildet hatte. Ferner konnte die Anzahl der bedienten Weichen und Signale maßgeblich erhöht werden. Ein weiterer Aspekt waren die Kosteneinsparungen beim Personal. Mit dem Gleisbildstellwerk wurden die mechanischen Schalter überflüssig. Die elektrischen Impulse zur Steuerung der Weichen und Signale erfolgten mit Sensoren. Die Rückmeldung wurde direkt auf den Bedienelementen angezeigt. Durch die Verkleinerung der Anlage waren auch keine Stellwerksbauten mehr erforderlich, da das Gleisbildstellwerk auch direkt in den Bahnhofsgebäude eingebaut werden konnte. Weiterführende Links nachfolgend:

    elektromechanische Stellwerk 1
    elektromechanische Stellwerk 2
    elektromechanische Stellwerk 3
    elektromechanische Stellwerk 4



    Das elektronische Stellwerk

    Die elektronischen Stellwerke sind nun der derzeit letzte Stand der Entwicklung. Mit der Einführung der elektronischen Stellwerke (ESTW) - ab dem Jahre 1985 - wurde das herkömmliche Stellwerksgebäude abgeschafft. Diese Stellwerke arbeiten Digital. Hier stellt der Computer das ehemalige Gleisbildstellwerk digital dar. Die erforderlichen Schaltungen werden nur noch über Computerprogramme vorgenommen. Die Sicherheit konnte hier maßgeblich erhöht werden, da die Computerprogramme des Stellwerks sich gegenseitig kontrollierten. Die Sicht auf die Anlagen ist allerdings verschwunden. Die Bedienräume für das Personal sind in Gebäude untergebracht, die gegen magnetische Einflüsse gesichert sind. Auch hier ist der Standort fern ab des realen Geschehens. Durch Videoüberwachung kann aber zumindest noch der Ort vom Personal überwacht werden. Mit dem elektronischen Stellwerk können auch größere Bahnhöfe mit nur einem einzigen Stellwerk bedient werden. Die im Bahnhof bedienten Stellwerke gehören somit der Vergangenheit an. Wie ein elektronisches Stellwerk aussieht, kann dem nachfolgenden Links entnommen werden:

    elektronische Stellwerk 1
    elektronische Stellwerk 2
    elektronische Stellwerk 3
    elektronische Stellwerk 4
    elektronische Stellwerk 5


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Stellwerkgebäude

    Alle Stellwerkgebäude die heute noch an Bahnhöfen, Bahnübergängen und auf kleineren Nebenbahnhöfen noch stehen, gehören in den Zeitraum der mechanischen und elektromechanischen Stellwerke. Sie sind sehenswerte Zeitzeugen einer vergangenen Stellwerkstechnik. Wir haben nachfolgend sowohl reale Stellwerksgebäude, als auch Stellwerke im Modell euch dargestellt, um euch einen Überblick über die Stellwerksarchitektur zu geben.

    Stellwerk      Stellwerk      Stellwerk
    Reale Stellwerksgebäude
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    Stellwerk      Stellwerk      Stellwerk      Stellwerk      Stellwerk      Stellwerk
    Stellwerke im Modell
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Kabelkanäle

    Im Zusammenhang mit dem elekronische Stellwerk dürfen natürlich, die entlang einer Bahnstrecke verlaufenden Kabelkanäle, nicht unerwähnt bleiben. Ohne die Kabelkanäle entlang der Bahnstrecken wäre keine elektronische Streckenüberwachung und auch keine Weichen- und Signalstellung möglich. Deshalb ist es auf einer modernen Modellbahnanlage sinnvoll und auch erforderlich, dass entlang der Gleisstrecken Kabelkanäle angelegt werden. Nur Modellbahner, die Modellbahnanlagen aus der Dampflokzeit gestalten, dürfen auf Kabelkanäle verzichten.

    Nachfolgend haben wir Kabelkanäle auf unterschiedlichen Eisenbahnstrecken fotographiert.

    Kabelkanäle      Kabelkanäle      Kabelkanäle      Kabelkanäle      Kabelkanäle      Kabelkanäle im Innern
    Kabelkanäle entlag der Gleistrassen
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    Konstruktion

    Kabelkanäle können entweder aus Beton oder Stahl bestehen. Meistens werden auf den Bahnstrecken Betonkabelkanäle verlegt. Die Breite eines Kabelkanals beträgt 50 cm Natürlich können Kabelkanäle auch von den einschlägigen Herstellern wie Faller, Kibri etc. als Fertigprodukt gekauft werden. Allerdings ist die Herstellung eines Kabelkanals sehr einfach und natürlich unschlagbar billig.

    Man benötigt als Material nur Wasserfarbe und einen Karton. Der Karton (ca. 3 mm dick) wird in 3 mm breite Streifen geschnitten. Danach werden die Streifen auf eine Länge von 20 mm (H0) abgeschnitten. Es können auch größere Längen abgeschnitten werden. Die tatsächlichen Abmessungen der Kabelkanäle können auf einen genauen H0 und N-Maßstab nicht übertragen werden, da die Streifen so filigran sein müssten, dass sie praktisch nicht mehr herstellbar sind.

    Als nächstes werden die Streifen weißgrau mit Wasserfarbe oder noch besser mit Dispersionsfarbe angemalt. Die so erhaltenen Streifen werden dann neben dem Gleistrassenverlauf aufgeklebt (weißer Schreinerleim).

    Damit die Seiten des Kartons nicht mehr zu sehen sind, werden die Ränder mit Weißlein angestrichen und Streumaterial (Schotter oer Wiesenstreu) entlang dieser Ränder aufgestreut. Fertig ist der Kabelkanal.

    Kabelkanäle herstellen mit Pappe
    Kabelkanäle herstellen mit Pappe
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