Hinweise zum Modellbahnhersteller Piko


Hinweise zur Firma Piko

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    PIKO-Modellbahnen in der Baugröße H0 wurden in der ehemaligen DDR Seit dem Jahre 1949 hergestellt. Der Öffentlichkeit präsentierte Piko sich erstmals 1949 auf der Leipziger Herbstmesse mit dem "PICO-Express". Zuerst wurde der Name noch mit "c" geschrieben "Pico". Dann jedoch wurde das „C“ durch ein „K“ ersetzt.

    In den Folgejahren schloss sich der Aufbau eines großen Spielwarenbetriebs in der ehemaligen DDR an.

    Die Anfang der 1950iger Jahre entwickelte Ellok E44 besaß bereits einen Allrad-Gelenkantrieb. Die zweite PIKO-Generation wurde 1958/59 von der heute schon fast legendären Baureihe 23 angeführt, die an Vorbildtreue und Laufkultur manches Mitbewerber-Modell jener Jahre in den Schatten stellte.

    Ab dem Jahre 1964 produzierte Piko zu den H0-Modellen auch die Modelle in der Spurgröße N.

    Piko wurde in der DDR dann zu einem Dachbetrieb (1967), in dem andere DDR-Modellbahnproduzenten dann unter diesem Dachbetrieb arbeiteten. Die Firma Piko wurde zur "VEB-Piko" firmiert. Einige Namen die unter dieser Dachfirma arbeiteten waren die Firma Prefo, Hruska, Schicht und Gützold. VEB-Piko übernahm somit 1967 als sog. Dachbetrieb die Planung und Bilanzierung aller zur Erzeugnisgruppe Modellspielwaren zugehöriger Betriebe. Damit wurden weitere Entwicklungen der bisher noch weitgehend eigenständig agierenden Hersteller in der DDR stark eingeschränkt.

    Im Jahr 1972 wurden dann die meisten VEB-Betriebe verstaatlicht.

    Im Jahre 1989 gab Piko die Spur: N Herstellung wieder auf und verkaufte die Formen für diese Modelle an andere Spur: N-Hersteller.

    Piko stellte aber auch Modelle der Spurgröße "TT" her. Diese Spurgröße hatte unter einer eigenen Marke große Bedeutung.

    Die PIKO-Fahrzeuge bestachen bereits zu den DDR-Zeiten durch ein sehr hohes Maß an Detaillierung. Über die Firma Schreiber aus Fürth gelangten die Produkte auch auf den westdeutschen Markt. In der sog. DDR-Zeit waren auch Modelle nach osteuropäischen Vorbildern ein Domäne der Firma Piko, die der einzige oder zumindest einzige größere Modellbahnhersteller im Wirtschaftsgebiet des COMECON war und daher die sog. sozialistischen Bruderstaaten mitversorgte. Es gab von den Modellen der Sonneberger Firma nicht nur zahlreiche Beschriftungsvarianten der westeuropäischen Verwaltungen, der Katalog zeigte auch Ausführungen für alle Mitglieder des Ostblocks und für das - offiziell blockfreie - Jugoslawien. Allerdings waren die Modelle im Westen fast nicht zu bekommen. Durch den Zerfall des Ostblocks und die Wiedervereinigung Deutschlands kommt nun doch so manches seltene Stück in den Gebraucht-Verkauf.

    PIKO stellte in dieser Zeit auch ein recht breite Modellpalette an Reichsbahn-Güterwagen her. Da die Vorbilder aufgrund des Kriegsverlaufes in praktisch alle Länder Europas verstreut wurden und dort auch nach dem Krieg verblieben (Ausnahme: Ungarn), konnten auch die Modelle ohne Schwierigkeiten als PKP-, CSD- oder J2-Fahrzeuge angeboten werden.

    Nachdem in den 1970er Jahren mehrere verstaatlichte Privatbetriebe zum PIKO-Kombinat zusammengeschlossen worden waren, lief ein großer Teil der DDR-Modellbahnproduktion unter dieser Marke. In DDR-Zeiten wurde Piko zu der Firma "VEB-PIKO-Sonneberg" verstaatlicht und war der Leitbetrieb aller in der Erzeugnisgruppe Modellbahnen, Modellbau und Zubehör zusammengefassten Betriebe in Ostdeutschland. Aus den Bestell-Nummern der zu dieser Zeit produzierten Modelle lassen sich die jeweiligen Herstellungsbetriebe entnehmen.

    Personenwagen    Loks
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    Festzuhalten ist, dass Piko bereits in der DDR-Zeit - insbesondere bei den H0-Modellen - Maßstäbe setzte. Vor allem das Güterwagenprogramm war anderen Anbietern zeitweise Nasenlängen voraus. Einzelne Modelle dieser Zeit zählen auch heute noch zu den beliebten Modellbahnklassikern.

    Demgegenüber wurden aber auch schöne Modelle produziert - wie die kleine Rangier-Ellok E69, die aber von Piko mit einem Gummiantriebsriemen ausgestattet wurde. Also völlig inakzeptabel bereits in den 1970er Jahren.

    Interessant ist auch, dass das ehemalige westdeutsche Versandhaus "Quelle" in der DDR-Zeit Piko Artikel, zwar unter einem anderen Namen - aber denoch Piko-Produkte waren - anbot.


    Die Wiedervereinigung

    Das Jahr 1990 brachte die "Wende" und den Übergang in die Marktwirtschaft. Aus dem ehemals staatlichen Unternehmen wurde zum 1. Mai 1992 die Piko-Spielwaren GmbH. Aber der Reihe nach:

    Nach der Wiedervereinigung im Jahre 1990 wurde auch das VEB-Kombinat-PIKO von der Treuhandanstalt abgewickelt. Die im Jahre 1971 zwangsverstaatlichten Betriebe sollten nun wieder verselbstständigt werden. PIKO drohte das "Aus". Der Betrieb konnte jedoch von Dr. René F. Wilfer gekauft werden und trägt seitdem den Namen "PIKO Spielwaren GmbH". Die neu gegründete PIKO Spielwaren GmbH eröffnete mit dem Kauf des PIKO Modellbahn- und Spielwarenprogramms zum 01.05.1992 ihre Pforten. Sie nahm mit dem Kauf des Produktionsprogramms des Sonneberger Traditionsunternehmens PIKO ihren Geschäftsbetrieb auf.

    Es erfolgte in den darauf folgenden Jahren eine konsequente Überarbeitung des Modell-Sortiments auf den aktuellen technischen Stand. Ferner wurde die Modelle verbessert. Zuletzt wurde das Fahrzeugprogramm in der Spurgröße H0 stetig erweitert. Dabei vermied PIKO Mehrfachentwicklungen und setzte konsequent auf solche Modelle, die von den Konkurrenten nicht oder nicht mehr angeboten wurden.

    Aus dem Anfangs eher spielzeughaft wirkenden Sortiment entwickelte sich nach und nach eine echte Modellbahnkonkurrenz.

    Seit den Jahren 2007/2008 produziert Piko auch wieder N-Modelle auf relativ hohen Niveau.

    Piko-Güterwagen
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    Die Qualität

    Heute verfügen die Piko-Modelle selbstverständlich über sämtliche Vorzüge moderner Modellbahntechnik, wie NEM-Schacht, Kurzkupplungs-Kinematik und präzis gedrehte Radsätze. Zu den neuen Qualitätsmerkmalen gehören aber auch eine exakte Farbgebung und historisch korrekte, superfeine Bedruckungen. Alles Eigenschaften, die ein anspruchsvoller Modellbahner von "seinen" Modellen erwartet.

    Die technische Ausstattung der Modelle entspricht den NEM-Normen. Deshalb sind Piko Loks und Wagen mit allen Gleichstromherstellern kombinierbar (Fleischmann, Lima, Jouef, Trix, Arnold etc). Das Zubehör ist reichlich und reicht von Gleisen über Weichen, Autos, Häusern bis hin zu Landschaftsgestaltungsartikel.

    Zu den Spur-N-Modellen ist ergänzend noch folgendes festzustellen:

    Grundsätzlich fahren alle Piko-N-Loks und Piko-N-Wagen auf heutigen Standard-N-Gleisen. Bei manchen Weichen anderer Hersteller insbesondere Fleischmann, kann es jedoch zu Problemen kommen. Dies liegt daran, dass die Piko-Radsätze eine relativ großen Raddurchmesser aufweisen und dadurch manchmal bis auf die Nachbildungen der Schienennägel reichen. Dies führt beim Fahrbetrieb zum holpern der Loks bzw. Wagen. Beim Überfahren der Weichen kann dies zum Entgleisungen führen. Dieser Nachteil kann durch das Auswechseln der Radachsen - insbesondere bei den Wagen - problemlos umgangen werden. Bei Loks ist dies schwieriger.

    Ein weiteres unangenehmes Merkmal der Piko-Modelle sind die teilweise lauten Motorengeräusche.

    Bei älteren Piko Fahrzeugen aus der DDR-Zeit fallen die teilweise sehr unrunden Achsen und Räder auf. Sie führen zu unrundem Fahrverhalten (bei schneller Fahrt). Hier bringt ein Austausch der Achsen und Rädern heutiger Produktion eine erhebliche Verbesserung der Laufeigenschaften.






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